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Koh Tao, Thailand - 5. bis 21. Juni 2016

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Koh Tao ist die drittgrösste Insel des Samui Archipels, 21 Quadratkilometer gross und gilt bei Tauchanfängern als beliebtestes Tauchgebiet in Südostasien. Auch ich habe hier vor rund 7 Jahren meine Open-Water Tauchlizenz erworben. Weil mein rechtes Ohr seit einem Tauchunfall in Panama bereits bei geringer Druckzunahme anfängt zu pfeifen, konnten wir die Horden von "Tauchschul-Schleppern" bei unserer Ankunft am Pier getrost ignorieren.

Wir logierten ironischerweise trotzdem in einem Dive-Resort. Aus zwei Gründen haben wir uns im Ban’s Dive Resort eingebucht: Erstens wegen der zentralen Lage mitten am Sai Ree Beach und zweitens wegen den beiden Pools. Dummerweise entpuppte sich das Hotel als wahre Tauchfabrik und die Pools war praktisch ununterbrochen von Tauchern besetzt. Und als wir nach dem Check-In im "Golf-Wägeli" den Hügel hochgekarrt wurden (weit weg vom Strand), ärgerten wir uns gewaltig. Aber nur für kurze Zeit. Es stellte sich heraus, dass wir von einem Upgrade profitiert hatten und wir freuten uns über das geräumige Zimmer und den super Ausblick - ein wenig abseits vom ganzen Trubel.

Wir stürchelten sofort los, um uns beim sympathischen Schweizer Oli einen Scooter zu mieten. Damit steuerten wir als erstes einige Restaurants, Fitnesscenter und Yoga-Schulen an, um unser neues Territorium abzugrenzen. Beim Monsoon Gym kauften wir spontan je ein 12er Abo. Ich liebäugelte schon länger damit, in Thailand einmal Muay Thai auszuprobieren. Zu meiner grossen Überraschung sprang Rapha auf den Zug mit auf.

So kam es, dass wir bereits am Montag, morgens um acht, in den Genuss unserer ersten Kampfsport-Lektion kamen. Unsere Trainer hiessen Om, Si und Chang und sprachen fast kein Englisch. Das war zum Teil ziemlich drollig. "Balanbalanbalan" heisst zum Beispiel, dass man auf seine Balance achtgeben soll. Nachdem die Thais unsere Hände verbandagiert hatten, ging es bereits los. Und zwar ohne grosses Vorgeplänkel. Wir mussten als blutige Anfänger bereits Kicks, Ellbogen und alle erdenklichen Faustschläge austeilen. Das war bei der Hitze extrem anstrengend, machte aber richtig Spass. So kam es, dass wir innert zwei Wochen 16 Mal ins Training gingen. Zum Teil besuchten wir auch die High Intensive Intervall Trainings oder die Yin Yoga Kurse im Ocean Sound. Das ging zum Teil ziemlich an die Substanz. Wir hatten beide mit diversen Prellungen zu kämpfen und am Schluss waren auch die Füsse ein Problem. Aber wir waren ziemlich stolz auf unsere Fortschritte, die wir in so kurzer Zeit verzeichnen konnten.

Zwischen den Trainings erkundeten wir die Insel mit ihren vielen tollen Stränden oder gönnten uns ein paar Massagen. Besonders schön war der Kayak-Ausflug zu der Shark Island und die Schnorchel Tour rund um Koh Tao und der Nang Yuan Insel. Als tückisch erwiesen sich die Korallen. Wir haben uns beide beim Schnorcheln gewaltig die Füsse aufgeschnitten. Das haben wir dann natürlich jeden Tag im Training bei den Kicks gespürt.

Nach ein paar Wochen haben wir uns in Koh Tao wie zu Hause gefühlt. Eine Katze hat sich in unserem Zimmer einquartiert, wir hatten unsere Restaurant-Favoriten (Barracuda, Fitness Café, Coconut Monkey, Yin&Yang, La Carotte qui rit und Fizz Beachlounge) und lernten im Monsoon Gym nette Menschen kennen. Die Thais nannten uns konsequent Nico & Tim (was zu einiger Verwirrung führte) und Om nahm uns sogar mit zu einem Muay Thai Kampf ins Stadion. Auch als passiver Sportkonsument kam ich mit dem Stanley Cup, der Copa America und der Fussball-EM voll auf meine Kosten. Die Schweizer Nati metzgete sich ganz gut und qualifizierte sich für die nächste Runde. Für etwas Aufregung sorgte lediglich der Parkplatz für unseren Scooter, direkt unter einem Baum gelegen. Wir fanden es schlau, dort im Schatten zu parkieren, weil dann die Sitzfläche von der Sonne nicht so aufgeheizt wird. Nachdem wir bei der Ankunft wie immer mit dem ganzen Oberkörper die tief hängenden Äste touchiert hatten, entdeckten wir direkt über unseren Köpfen eine ziemlich grosse Schlange. Fortan bevorzugten wir Parkmöglichkeiten an der prallen Sonne, möglichst weit weg von irgendwelchem Gebüsch.

Für die letzten fünf Tage gönnten wir uns ein ziemlich edles Hotel mit privatem Pool und fantastischer Aussicht hoch über der Sai Ree Beach. Ein wunderschöner Abschluss auf dieser paradiesischen Insel.

Ankunft am Pier

Koh Phangan, Thailand - 30. Mai bis 4. Juni 2016

(Video)

Nach einem kurzen Flug landeten wir noch vor dem Mittag auf Koh Samui und organisierten gleich am Flughafen die Fähre auf die Nachbarinsel Koh Phangan. Diese Insel im Thailändischen Golf haben wir uns ausgesucht, da es hier eine gut bewertete Kiteschule gibt und wir Kitesurfen unbedingt mal ausprobieren wollten. Was wir halt nicht wussten war, ob es mit dem Wind auch hinhauen würde. Die Jahreszeit ist dafür eher ungünstig. Im Phangan Beach Resort angekommen, checkten wir gleich mal die Lage: Bei der Kiteschule am Strand war grade niemand und Wind gab es auch keinen. So relaxten wir in der wunderschönen Hotelanlage unter Palmen direkt am Strand und lernten an der Poolbar ein paar andere Gäste kennen.

Am nächsten Morgen fand gleich vor unserem Bungalow ein Boot Camp statt und so starteten wir mal wieder mit viel Bewegung in den Tag. Gleich nach dem Frühstück lernten wir Danny kennen. Ihm gehört die Welt ääh die Kiteschule. Der Thailänder hat viele Jahre in den USA gelebt, spricht einwandfrei englisch und hört sich selber sehr gerne reden. Mal abgesehen davon machte er und sein Equipment einen kompetenten Eindruck.

Es fehlte nach wie vor an genügend Wind. Wir entschieden uns trotzdem, schon mal mit der Theorie anzufangen. Das geht ja auch ohne Wind. Leider hatten wir die kommenden Tage windtechnisch so gar kein Glück und konnten die Theorie vorerst nicht in die Praxis umsetzen. 

Kiter-Danny mag wohl ein Poser sein, aber er versteht es, Leute zusammenzubringen und er hatte tolle Ausflugstipps für uns parat. Wir mieteten einen Roller, fuhren damit quer über die Insel und entdeckten wunderschöne Strände. Die Fahrten waren allerdings allgemein nicht sehr entspannend. Die Strassen sind teilweise extrem steil und grösstenteils unbefestigt, die Thais fahren wie die Irren, die Touristen haben null Erfahrung oder sind besoffen, was zu vielen Unfällen führt. Wir waren jedesmal froh, heil von A nach B zu kommen. 

Am fünften Tag hatten wir dann endlich etwas Wind und konnten uns am Kite versuchen. Als erstes ging es im seichten Wasser und ohne Board an den Füssen darum, den Drachen zu lenken. Das ist gar nicht so einfach und wir staunten, wieviel Kraft ein bisschen Wind schon produzieren kann. Leider kam ich mit dem Kite und vorallem mit Danny's militärischem Umgangston nicht so gut klar. Nach gut einer Stunde hatte ich die Schnauze voll und warf das Segel. Sevi hat sich da um einiges geschickter angestellt. Nach der zweiten Session war dann aber auch für ihn Schluss. Einerseits, weil der Wind schon wieder weg war und die Aussichten für die kommenden Tage miserabel waren. Andererseits hatte sich Danny wohl ein paar Mal zu oft im Ton vergriffen. Da hört der Spass auf. Vielleicht probieren wir es irgendwann unter besseren Bedingungen nochmal. 

Wir genossen ein paar ruhige Tage auf der schönen Insel. Nach unserem Aktivmonat in Bali war es uns allerdings schon fast zu ruhig: Tage ohne sportliche Betätigung kamen uns schon ganz komisch vor. Deshalb suchten wir nach einer neuen Herausforderung. Sevi hatte mal wieder eine seiner glorreichen Ideen: Muay Thai Kampfsport sollte es diesmal sein... Nach etwas Recherchieren fanden wir heraus, dass es auf der Nachbarinsel Koh Tao eine Schule gibt, die neben Muay Thai auch noch Jiu Jitsu und ein tägliches HIIT Gruppentraining anbietet. Zudem gehört ein Fitnesscenter mit dazu. Für den Kampfsport konnte ich mich im besten Willen nicht begeistern, aber bei dem Angebot war für uns beide was dabei. 

Und so eröffneten wir ein neues Kapitel und setzten mit der Fähre rüber auf Koh Tao.

Ankunft auf Koh Samui

Bali, Indonesien - 29. April bis 26. Mai 2016

(Video)

Wir sind am späten Nachmittag in Denpasar auf Bali gelandet. Auf dieser Insel haben wir vor knapp zehn Jahren unseren ersten "grossen" gemeinsamen Urlaub als Rucksacktouristen verbracht. Dieses Mal haben wir die Einreiseformalitäten studiert (das haben wir für Australien ja auf die schmerzliche Tour gelernt). Als Schweizer bekommt man bei der Einreise automatisch ein 30-tägiges Aufenthaltsrecht in Indonesien. Da wir nicht genau wussten, wie lange wir bleiben würden, kauften wir uns bei der Ankunft in Denpasar aber für USD 35 das verlängerbare Visum. Nur dieses lässt sich nach Ablauf der 30 Tage um einen weiteren Monat verlängern. Nach den ganzen Formalitäten waren wir froh, dass wir uns vorab beim Hotel einen Abholservice bestellt hatten. Der Taxifahrer wartete in der Ankunftshalle schon geduldig auf uns. Auf dem Weg zum Hotel beobachteten wir das heillose Chaos auf den Strassen und waren froh, dass wir nicht selber fahren mussten und wir uns in Canggu, etwas ausserhalb der grossen Touri-Orte, einquartiert hatten. Das Serenity Eco Guesthouse war unser Zuhause für die ersten Tage. Hier wollten wir vor allem Yoga praktizieren und so Körper und Seele nach den Reisestrapazen der vergangenen Monate wieder etwas erden. Das Hotel wartete mit einem unglaublichen Yoga-Programm auf. Pro Tag werden hier 10 verschiedene Körperverrenkungs-Praktiken durchgeführt. Bereits am ersten Tag stürzten wir uns in eine Vinyasa Klasse für Anfänger. Rapha war natürlich im Vorteil, weil sie wesentlich beweglicher ist als ich und im Gegensatz zu mir auch etwas Yoga-Erfahrung mitbrachte. Bei mir ging es in den ersten Stunden im Wesentlichen darum, mich nicht zu verknoten und entweichende Gase zu unterdrücken. Aber ich merkte schnell, dass mir die drolligen Posen gut taten und mit der Zeit sogar Spass machten.

Am dritten Tag mieteten wir uns für schlappe CHF 4.50 pro Tag einen Scooter und erkundeten damit die Umgebung. Um ehrlich zu sein, beschränkte sich unser Radius auf genau drei Strassen im Umkreis von ca. 3 Kilometern. Aber hier gab es erstaunlich viel zu entdecken: Strände mit Bars, Boutiquen, eine Underground-Location mit Skate-Pool und vor allem unglaublich gute Restaurants mit kreativer und gesunder Küche zu super Preisen. Auf einer Erkundungsfahrt entdeckten wir beiläufig auch das Bali Fit. Dieses Fitnesscenter bietet Gruppenfitness- und Yogakurse an. Wir entschlossen uns spontan, hier einen Monats-Pass zu buchen und quartierten uns in einem tollen Hotel an der gleichen Strasse ein. Das Zimmer dort hätte uns bei einer Online-Buchung USD 250 pro Nacht gekostet. Die "Walk-in-Rate" betrug gerade mal USD 50. Im Ressort gab es zwei Pools und wir waren meistens die einzigen Gäste. Wir entwickelten eine Tagesroutine, die etwa wie folgt ausschaute:

06.45 Tagwache
07.30 Training im Bali Fit
08.30 Proteinshake am Pool
10.30 Yin Yoga im Bali Fit
12.00 Frühstück / Lunch
14.00 Entspannen am Pool oder in der Massage
18.15 Yoga
20.00 Abendessen

Das Bali Fit wurde eine Art zu Hause für uns und wir waren begeistert von den Coaches. Mark, Clare, Lucy und Rachel brachten uns viel bei und forderten uns gewaltig. Vor allem die metabolischen Trainings-Sessions hatten es in sich, brachten uns regelmässig ans Limit und wir litten teilweise gewaltig an Muskelkater. Wir freundeten uns im Bali Fit mit anderen "Leidensgenossen" an. Vor allem Declan und Rommer sind uns schnell ans Herz gewachsen.

Canggu haben wir dann tatsächlich noch für einen Abend verlassen. Den Geburtstag von Rapha wollten wir am Strand von Seminyak feiern. Hier hatten wir bei unserem letzten Bali-Besuch im Restaurant Gado Gado eines der besten Desserts aller Zeiten gegessen. Zwar erkannten wir den Ort (wurde zugebaut) und das Restaurant (wurde umgebaut) nicht wieder, aber die Nachspeise schmeckte wirklich noch genauso gut wie anno dazumal.

Etwas weniger Glück hatte ich ein paar Tage später beim Verspeisen eines Fischgerichts. Bereits im Restaurant fing ich an zu schwitzen, bekam Herz-Rasen, rote Augen und komische Verfärbungen am ganzen Körper. Ich schaffte es gerade noch zurück ins Hotel, wo mich Rapha mit kalten Umschlägen und einem Antiallergikum wieder aufpäppelte. Der ganze Spuck dauerte ca. drei Stunden und dann war zum Glück wieder alles in Ordnung.

Nach knapp einem Monat mussten wir Canggu und unsere neu gewonnen Freunde schweren Herzens verlassen. Wir hatten das Visum bewusst nicht verlängert und uns einen Weiterflug über Kuala Lumpur nach Koh Samui gebucht. Nach einem letzten Training überreichte uns Mark noch ein "Training for Warriors" Armband mit der Bemerkung "we don’t sell it, you have to earn it"!

Es ist anzunehmen, dass viele Leser diese Art des Zeitvertreibens im Inselparadies nicht nachvollziehen können (mein Mammi benutzte das Wort "Kasteien"). Für uns war es aber gegen Ende unserer langen Reise genau das Richtige. Und da wir Bali schon mal bereisten, hatten wir deshalb auch nicht das Gefühl, dass wir etwas verpassen. Bali übte eine ganz eigene Magie auf uns aus, die sich schwer in Worte fassen lässt. Es ist definitiv ein Ort, mit dem uns sehr intensive Gedanken verbinden und wir sind fast sicher, eher früher als später wieder hierhin zurück zu kehren.

Bali Klassiker

Abel Tasman Nationalpark, Neuseeland - 26. Februar bis 3. März 2016


Die Überfahrt von Wellington nach Picton fing ganz harmlos an. Die grosse, moderne Fähre verfügte über sehr konfortable Sitzecken. Wir richteten uns für die dreistündige Fahrt ein und frühstückten gemütlich. Irgendwann auf halber Strecke wurde die See deutlich unruhiger... Sevi und ich, beide so gar nicht seetauglich, mussten unseren Lesestoff beiseite legen und uns mit einem Anautin aus der sich anbahnenden Seekrankheit heraushelfen. Die Tablette wirkte im Nullkomanichts, machte uns aber extrem schläfrig.

Zur Mittagszeit legten wir in Picton an. Wir waren beide ziemlich groggy und froh darüber, dass wir an diesem Tag nicht mehr allzu weit fahren mussten. Unser erstes Ziel war Nelson. Da gingen wir beim DOC-Visitor-Center vorbei und brachten unseren nächsten Great Walk unter Dach und Fach. Sevi hatte nämlich die spontane Idee, den ersten der fünf Tage im Abel Tasman Nationalpark per Kayak statt zu Fuss zurückzulegen. Und das buchten wir gleich so. Anschliessend fuhren wir noch etwas näher an den Nationalpark ran und quartierten uns in Motueka in einem Top 10 Holiday Park ein. Da sind wir Mitglied und bekamen 10 % Rabatt. Der Campingplatz ist zwar mit 44 NZD  trotzdem teuer, hat aber alles zu bieten - heisse Duschen und ein kleiner Pool inklusive. Am Abend trafen wir uns mit anderen Campern im Barbecue-Bereich und genossen ein paar gesellige Stunden. Dabei konnten wir glücklicherweise einen grösseren Schaden verhindern... eine deutsch-neuseeländische Familie setzte nämlich den Gasgrill in Brand, ohne es zu merken! Zum Glück sass ich gerade in der Nähe und sah die aufsteigenden Flammen. Sevi war dann mit dem Feuerlöscher prompt zur Stelle.

Wir starteten unser nächstes Abenteuer in Marahau, rund 30 Autominuten vom Campingplatz entfernt. Nach einer ausführlichen Instruktion wurden wir samt Kayak bei Ebbe zu Wasser gelassen und paddelten los. Wir hatten ein Doppelkayak und mussten erst mal einen gemeinsamen Rhythmus finden. Das gelang uns relativ schnell und wir kamen flott voran. Das Wetter war bombastisch und es gab entlang der Küste kaum Wind. Wir genossen die Ruhe und die komplett andere Perspektive vom Wasser aus. An einigen der zahlreichen Sandstrände machten wir kurz Halt. Nach gut einer Stunde wagten wir uns aufs offene Meer hinaus und paddelten zur Adele Insel rüber. Der Wind da draussen peitschte das Wasser auf und wir kämpften gegen die Wellen an. Es kostete zwar einiges an Kraft, aber es war nicht umsonst! Auf der Insel sonnten sich gerade Seehunde mit ihren Babies und wir konnten die Tiere aus nächster Nähe beobachten. Die Rückfahrt ans Festland war dann dank Rückenwind weniger anstrengend. Wir legten an einem traumhaft schönen Strand an und machten Mittagspause. Am Nachmittag paddelten wir dann bis zur Torrent Bucht, wo wir uns für die erste Nacht in der Anchorage Hütte eingebucht hatten. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir am Strand, später "kochten" wir uns eines der mitgebrachten Fertiggerichte und würfelten mit zwei Israeli - Mutter und Tochter - einige Runden Yatzy. Um 22 Uhr gingen wir als Letzte zu Bett! Wie wir festgestellt haben, gehen auf diesen Great Walks die meisten Leute immer schon sehr früh schlafen.

Am nächsten Morgen ging es dann auch für uns zu Fuss weiter. Der Wanderweg schlängelt sich über die Hügel an der Küste entlang und von einer Bucht in die nächste. Es war heiss und wir waren um jede Abkühlung froh. So sprangen wir in jedes Flüsschen, dass unseren Weg kreuzte. Zum Glück verläuft der Weg grösstenteils im Wald - nur an den Stränden ist man der prallen Sonne ausgesetzt.

Da wir im Voraus alle vier Hütten gebucht hatten, waren die täglichen Kilometer zu Fuss leicht zu bewältigen. Mein einziges Problem war, dass ich statt der Wanderschuhe nur meine Turnschuhe dabei hatte und schon nach einem Tag an fünf Zehen mehrere Blattern einlief.... sehr sehr clever...! Na ja, mit viel Pflaster liess es sich gerade so durchhalten. Am fünften und letzten Tag wählten wir den Weg über den Gibbs Hill zurück nach Totaranui, wo uns ein Wassertaxi zurück an unseren Ausgangspunkt nach Marahau brachte.

Wir genossen den Abel Tasman Coast Track sehr und hatten fünf Tage lang Wetter wie aus dem Bilderbuch. Die unzähligen Strände sind traumhaft und können allemal mit der Karibik mithalten.

Cast Away

Paraty und Ilha Grande, Brasilien - 30. November bis 9. Dezember 2015

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Die vorerst letzte lange Busreise auf diesem Kontinent führte uns zuerst für einen kurzen Zwischenstopp nach Sao Paulo. Die rund 20-stündige Fahrt verbrachten wir ganz unverhofft recht komfortabel - wir hatten nämlich ohne es zu wissen "Cama" gebucht - sehr breite und bequeme Sitze, die sich beinahe flach herunterklappen lassen. So schliefen wir ein paar Stunden und trafen am nächsten Tag gegen Mittag am Busbahnhof von Sao Paulo ein. 

Der nächste Bus nach Paraty fuhr erst um 16 Uhr. Wir mussten also ein paar Stunden totschlagen und unsere Gastgeberin informieren, dass wir erst spät abends eintreffen würden. Wir kamen bei strömendem Regen gegen 22 Uhr an. Zum Glück holten uns Rejane und Lily am Busterminal ab. Wir waren nicht sicher, ob das uralte, rostige und lottrige Fahrzeug, in das wir einstiegen, es überhaupt noch 10 Meter schafft... zumal die unbefestigten Strassen in einem miserablen Zustand waren. Durch die starken Regenfälle der vergangenen Tage stand alles knöcheltief unter Wasser. Doch wir kamen heil in der Unterkunft an. Die schöne Anlage mit zwei Bungalows und einer Aussenküche steht etwas ausserhalb von Paraty und ist von tropischen Pflanzen und einem Teich umgeben. Ein Paradies - leider auch für Moskitos! Besonders bei diesem Wetter! Was für ein Glück, dass wir unser Moskitonetz dabei hatten. Wiedermal waren wir froh, es die ganze Zeit mitgeschleppt zu haben.

Da unsere Gastgeberin Rejane am nächsten Tag überstürzt abreiste, um irgendwo eine private Angelegenheit zu klären, kümmerte sich derweil Lily um uns. Sie holte uns am nächsten Tag ab und wir fuhren gemeinsam in der Schrottlaube ins Örtchen. Da es bald wieder zu regnen begann, brachen wir den Rundgang jedoch frühzeitig ab und gingen nur noch rasch einkaufen. Die kommenden Tage schüttete es ununterbrochen wie aus Kübeln. So verbrachten wir die meiste Zeit auf der trockenen Veranda und genossen die Ruhe - wir waren nämlich die einzigen Gäste und Rejane war ja auch nicht da. Dafür aber ihre Haustiere: 3 Hunde und geschätzte 12 Katzen kamen immer mal wieder bei uns zu Besuch oder verbrachten die Tage bei uns.

Bald schon hatten wir dann aber genug vom Rumhängen und Nichtstun und waren froh, abzureisen. Zum Glück holte Lily uns wieder ab und fuhr mit uns zum Busbahnhof. Die Strassen im Quartier standen inzwischen nämlich komplett unter Wasser und überall bildeten sich schlammige Seen. Wir wollten als nächstes auf die Ilha Grande - mit ihren über 80 Stränden eine der bekanntesten Inseln Brasiliens. Mit dem Bus ging es zuerst in 2 Stunden nach Angra dos Reis und von da in einer 40-minütigen Bootsfahrt rüber auf die Insel. Der Himmel war zwar nach wie vor bedeckt, aber es regnete nicht! Wir hatten wieder AirBnB gebucht. Diesmal bei Paulo in Vila do Abraão, dem Hauptort der Insel. Wir wurden herzlich begrüsst und gleich mit den wichtigstens Infos und Tipps versorgt. Den Nachmittag und Abend verbrachten wir dann am Strand bei (zu) vielen Caipirinhas und einem leckeren Abendessen (es gab brasilianischen Fischeintopf "moqueca de peixe"). 

Tags darauf schien endlich wieder mal die Sonne! Nachdem uns Paulo ein super Frühstück zubereitet hatte, fuhren wir mit einem Boot in den Südosten der Insel und gingen von da aus zu Fuss an den knapp 2,5 km langen Sandstrand von Lopes Mendes. Wunderschön! Am Abend trafen wir uns wieder mit Belinda, die wir bei den Wasserfällen kennengelernt hatten. Wir gingen schön was Essen und Caipi trinken. Eigentlich waren Belinda und ich danach so richtig in Partylaune. Aber Paulo wollte uns unbedingt zuhause noch seine Version von Caipirinha zubereiten. Der Abend endete damit, dass wir uns auf der Couch (langweilige) Youtube-Videos reinzogen und danach keiner mehr so richtig Bock auf Ausgang hatte. Gingen wir halt ins Bett. Spät genug war es.

Auch am nächsten Tag war das Wetter ganz ok und wir machten eine wunderbare, halbtägige Bootstour. Zurück bei Paulo, lud der uns zum Grillieren ein. Der Abend endete leider damit, dass Paulo zu einem elektrischen Notfall gerufen wurde, wir mit seinen Gästen alleine blieben und die Würste auf dem Grill dem schweren Gewitter, welches einsetzte, zum Opfer fielen.

Die nächsten Tage regnete es wieder und so unternahmen wir nicht mehr wirklich viel. Ich hatte nochmal einen netten Abend mit Belinda, bevor sie nach Rio weiterfuhr. Am letzten Tag unternahmen Sevi und ich einen kleinen Spaziergang am Strand entlang zu den Ruínas do Lazaretto und zum Aquädukt. Dann hiess es Abschied nehmen von der Insel. Wir mussten ja schliesslich pünktlich in Rio sein, um Andy vom Flughafen abzuholen.

Praia Lopes Mendes, Ilha Grande

Florianópolis, Brasilien - 16. bis 26. November 2015


Weniger ist ja bekanntlich mehr. Und so beschlossen wir, unser uruguayanisches Reisetempo nicht nach Brasilien zu exportieren. Für die verbleibenden 4 Wochen auf dem südamerikanischen Kontinent legten wir uns ein paar wenige Highlights im Süden von Brasilien zurecht. Wir wollten an einige der traumhaften Strände, zu den Iguaçu-Wasserfällen und nach Rio. So begannen wir in Floreanópolis - von den Einheimischen auch Floripa genannt. Der Hauptteil der Stadt mit dem Stadtzentrum liegt auf der Ilha de Santa Catarina und ist durch eine Brücke mit dem Festland verbunden. Auf der Insel gibt es über 40 wunderschöne Sandstrände.

Nach einer eher ungemütlichen, 19-stündigen Busfahrt hat uns die Insel dann mit Regen begrüsst. Am Busbahnhof scheiterten wir erstmal bei den Bankomaten. Zum Glück hatten wir vor der Abreise vom weltbesten Verein "Mini-Z Racing Team Switzerland" als Abschiedsgeschenk eine grosszügige Summe Reales bekommen. So hatten wir wenigstens Bargeld für den Bus, um an den Flughafen zu kommen und unser Mietwagen in Empfang zu nehmen. Das war auch nicht ganz einfach: die bei der AVIA konnten alle kaum ein Wort Englisch und wir hatten unsere liebe Mühe mit dem Kauderwelsch, auch Portugiesisch genannt. Für mich klingt das eher wie eine Mischung aus Türkisch und Albanisch... einfach ein wenig liebenswerter und tolpatschiger. Irgendwie haben wir die Fahrzeugübergabe hingekriegt - mit Händen und Füssen, wie sich das gehört. 120 USD Miete für eine Woche. Ein Schnäppchen.

Das Bargeld-Problem war aber noch nicht gelöst und der Automat im Flughafengebäude wollte uns auch nichts rausgeben. Wir hatten noch ein paar USD übrig und wechselten die kurzerhand. Kaum waren wir aus dem Flughafen raus, standen dann da alle internationalen Bankautomaten...

Mit einiger Verspätung sind wir dann in Armaçao bei Fernanda angekommen, die gemeinsam mit ihrer Mutter Marcia ein Zimmer über AirBnB vermietet. Fernanda ist 27 Jahre alt, Architektin, unterrichtet an zwei Unis auf der Insel und spricht fliessend Englisch. Wir bezogen das wunderschöne Zimmer und gingen später bei strömendem Regen am Strand noch was Essen. Gut waren wir mit dem Auto unterwegs.

Der nächste Tag begann, wie der vorherige aufgehört hatte: es regnete in Strömen. Wir verbrachten den ganzen Tag im Haus von Fernanda und Marcia, entspannten, lasen gemütlich und arbeiteten an unserem Blog. Wie wir von unseren Gastgeberinnen erfuhren, hatte es bislang 72 Tage am Stück geregnet! Sehr ungewöhnlich für die Gegend und die Jahreszeit und mit ziemlich grosser Wahrscheinlichkeit dem Phänomen "El Niño" zuzuschreiben. Wir hatten riesiges Glück, denn die folgenden Tage waren sonnig und warm. Es war Mitte der Woche und Fernanda meinte, wir sollten zuerst den Norden der Insel besuchen, da am Wochenende viele Städter an die Strände fahren. Als wir ankamen, waren die Strände bei Daniela, Praia do Forte und Jurerê grösstenteils menschenleer. Wir genossen die Wärme, die weissen Sandstrände und das kühle Wasser. Den nächsten Tag verbrachten wir wieder im Norden - diesmal an den Stränden Praia Brava, Lagoinha und Ponta das Canas. Wie gut, dass wir mit einem eigenen Fahrzeug unterwegs waren und die Insel ganz flexibel bis in den hintersten Ecken erkunden konnten. Leider hatte es ziemlich viel Verkehr auf den Hauptachsen und die gefühlten 2 Mio. Temposchwellen waren mit der Zeit etwas nervtötend.

Den Süden der Insel haben wir uns dann fürs Wochenende aufgespart. Nach einigem Hin und Her entschlossen wir uns, die Wanderung zur Lagoinha do Leste zu machen - wohl einer der schönsten Strände überhaupt und nur zu Fuss zu erreichen. Die 3-stündige Küstenwanderung war wunderschön und weniger herausfordernd als beschrieben. Als wir den Strand erreichten, genossen wir ein erfrischendes Bad im Fluss und assen eine Kleinigkeit aus dem Rucksack. Um nicht wieder den gleichen Weg zurück zu wandern, nahmen wir die Route nach Pântano do Sul und von da den Bus zurück nach Armaçao, wo unser Wagen stand. Was für ein schöner Ausflug!

Da Fernanda und ihre Mutter in Urlaub fuhren, mussten wir die Unterkunft wechseln und wurden ganz in der Nähe fündig. Wieder ein wunderschönes AirBnB bei Marcia (die Zweite) und ihrer Familie. Es war Sonntag und wir machten uns gleich nach dem Umzug auf nach Naufragados, dem südlichsten Punkt der Insel. Zum Strand sind es rund 40 Minuten zu Fuss. Für mich war dies der schönste aller Strände auf der Insel. Auf dem Rückweg assen wir frische, leckere Austern.

Am Montag regnete es wieder. Es war unser letzter Tag auf Floripa. Den Nachmittag verbrachten wir an der Lagune und gingen am Abend nochmal Austern essen. Hmmm... Leider sind mir diese Austern dann nicht gut bekommen. Wahrscheinlich war eine schlechte dabei. Die geplante Weiterreise nach Foz do Iguaçu am nächsten Tag war unmöglich und so ging Sevi los und buchte alles um (Bustickets, Automiete, Unterkünfte...) - das war ein ziemliches Manöver, hatten wir doch für die nächsten zwei Wochen alles schon vorgebucht. Aber Dank Sevis Einsatz hat alles ohne Aufpreis geklappt. Marcia hat sich derweil rührend um mich gekümmert, hat Suppe und Tee für mich gekocht und mich mit einer Wärmeflasche versorgt. 24 Stunden später ging es mir wieder besser und wir nahmen mit zweitägiger Verspätung die Weiterreise zu den Wasserfällen in Angriff.

Auch wenn es sprachlich mächtig klemmt und wir uns auf portugiesisch kaum verständigen können, lernten wir die Brasilianer als offene, hilfsbereite, liebenswürdige und ideenreiche Menschen kennen. Wir fühlen uns wohl und freuen uns auf die verbleibenden (3) Wochen in Brasilien.

Praia Daniela

Reisepläne 2016

Die Würfel sind gefallen und viele haben es schon erfahren - wir werden unsere Reise nächstes Jahr auf der anderen Seite der Erde fortführen. Da wir als SVP Wähler glauben, dass die Erde eine Scheibe ist, müssen wir zuerst zurück in die Schweiz fliegen. Wir werden planmässig am 17. Dezember um 18.05 Uhr mit IB3474 in Zürich landen und freuen uns riesig darauf, Euch lieben Leute alle nach so langer Zeit endlich wieder zu sehen.

Unser Abenteuer werden wir am 13. Januar 2016 fortsetzen. Wir fliegen via Bangkok nach Sydney. Dort bleiben wir 10 Tage, bevor es dann nach Neuseeland weitergeht. Hier wollen wir uns ein Auto kaufen und während drei Monaten Mittelerde entdecken. Wie es anschliessend zurück in die Schweiz geht, ist zurzeit noch offen. Im Fokus stehen Indonesien und/oder Malaysia. Fest steht nur, dass wir pünktlich zum Zapfenstreich 2016 wieder in Brugg sein wollen.


Titicacasee, Bolivien - 28. August bis 4. September 2015

(Video)

Nach 77 Tagen in Peru haben wir es endlich geschafft, das Land zu verlassen. Wir sind mit dem Nachtbus von Cusco via Puno nach Copacabana am Titicacasee (Bolivien) gefahren. Dieser See ist etwa 16 Mal grösser als der Bodensee und liegt auf einer Höhe von 3'810 Metern. Das ist zwar "nur" etwa 600 Meter höher als Cusco, machte uns aber ganz schön zu schaffen. Wir waren ziemlich aus der Puste, als wir das "Hügeli" zum Hostel erklommen hatten. Die Unterkunft im La Cupula war aber einmalig schön. Wir gönnten uns eine Suite mit eigener Küche und Panoramafenster mit Sicht auf den Hafen. Vor unserem Zimmer weideten Lamas und Alpacas. So lässt es sich definitiv gut ankommen. Von Julia und Robert (Kojen-Genossen auf den Galapagos) wussten wir, dass man hier Fondue essen kann. Darauf freute ich mich schon seit Monaten. Leider war das Essen dann für echte Schweizer Fondue-Puristen eher eine Enttäuschung. Nach dem Essen verkrochen wir uns mit Bettflasche bewaffnet im Bett. Rapha hat auf dieser Höhe leider grosse Probleme zu schlafen und so wurde die bitterkalte Nacht für sie zu einer weiteren Durchhalte-Übung. Am nächsten Tag mussten wir das Zimmer wechseln. Dieses war dann gottseitdank etwas wärmer.

Copacabana ist der wichtigste Wallfahrtsort des Landes und an jedem Wochenende kommen Leute von ganz Bolivien da hin, um ihre Autos segnen zu lassen. Das war lustig anzuschauen, wie die mit Girlanden verzierten Fahrzeuge gesegnet und anschliessend mit Bier übergossen wurden. Wir haben uns noch die schöne Basilika angeschaut und sind auf den Hausberg gepilgert, um die Aussicht und den Sonnenuntergang zu geniessen. Leider war der "heilige" Ort völlig zugemüllt. Uns ist es schleierhaft, wie die Gläubigen hier im Dreck ihre Kerzen anzünden und ihre Zeremonien abhalten können.

Am nächsten Tag fuhren wir dann morgens mit dem Boot zur Isla del Sol rüber. Nach einer zermürbenden Fahrt sind wir nach drei Stunden endlich im Norden der Insel in Challapampa angekommen. Zermürbend deshalb, weil das Boot so abartig langsam war und es an Bord dermassen nach Benzin gestunken hat. Auf der Insel haben wir uns dann erstmal ein Hostel ausgesucht und auf der Terrasse ein wenig gelesen. Weil wir erst später auf Erkundungstour aufbrachen, hatten wir den kleinen Ort fast ganz für uns alleine, weil die meisten Touristen die Insel nur einen Tag besuchen und bereits wieder Richtung Süden verschwunden waren. Wir mussten nicht einmal mehr Eintritt zu den Chinkana Ruinen bezahlen und trafen in der weitläufigen Anlage keine anderen Besucher. Nach einer erstaunlich warmen Vollmond-Nacht sind wir dann auch nach Süden gewandert. Wir hatten beide Mühe, die 200 Meter zum Grat hoch zu laufen. Offensichtlich hatten wir uns auch nach vier Tagen noch nicht an die Höhe gewöhnt. Danach ging es aber ziemlich flach weiter über die Insel bis nach Yumani und wir konnten die tolle Aussicht auf den unglaublich blauen See und die schneebedeckten Berge im Hintergrund geniessen. Wir haben weitere zwei Nächte in Yumani verbracht und von da aus den Süden der Insel erwandert. Nachdem wir den Kaffee durch Coca-Tee ersetzt hatten, konnten wir uns auch langsam mit der Höhe anfreunden. Es ist wirklich beeindruckend, wie wirksam diese Pflanze ist. Im Hostel haben wir Bekanntschaft mit Daniel und Lars aus Berlin gemacht und mit ihnen ein paar interessante Stunden verbracht. Ansonsten haben wir vor allem uns selbst und die Ruhe genossen. Es war wunderbar auf der Insel.

Da uns das La Cupula in Copacabana kein Zimmer anbieten konnte, mussten wir nach unser Rückkehr ins Las Olas ausweichen. Das Hotel gehört dem gleichen Besitzer und liegt gleich nebenan. Weil unsere Cabaña noch nicht bezugsbereit war, gingen wir ins Cupula zurück zum Mittagessen. Vom Balkon aus bemerkten wir ein Schweizer Pärchen im Innenhof. Nach einer Weile fing der Typ an, mit seinen Eltern zu telefonieren. Nach einer weiteren Weile dachte ich, dass mir diese Stimme bekannt vorkommt. Ich schaute genauer hin und fragte Rapha, ob das Iseli wäre. Könnte sein, aber sicher waren wir uns beide nicht. Also rief ich der Freundin des telefonierenden Typen zu, ob denn das Iseli wäre. Die Frage wurde durch ein lautes "das glaub ich ja nicht" vom Typ am Telefon und ungläubige Blicke aller Beteiligten beantwortet. Vielleicht muss ich hier noch erwähnen, dass Iseli während drei Jahren mein Sitznachbar an der famosen HFW war und ich ihn seither nicht mehr gesehen habe. Also ein weiteres Kapitel im spannenden Buch "Traveller's Destiny". Wir konnten alle kaum glauben, was gerade passiert war. Bei einem Bierchen verarbeiteten wir diese unverhoffte Begegnung und wärmten alte Geschichten auf. Iseli und Claudia sind auf Weltreise, haben in Südamerika in etwa dieselbe Reiseroute wie wir gewählt und sind "etwas" schneller unterwegs als wir. So kam es, dass sich unsere Wege im beschaulichen Copacabana gekreuzt haben.

Wir genossen noch ein paar geruhsame Tage im Las Olas, bevor wir in die noch höhere Hauptstadt La Paz weiter zogen.

Aussicht aus unserer Suite im La Cupula

Galápagos Cruise, Ecuador - 12. bis 19. Mai 2015

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Und endlich war er da, der grosse Tag! Voller Vorfreude und etwas aufgeregt machten wir uns auf zum Flughafen Baltra, dem Treffpunkt für die "Encantada" Passagiere. Dafür mussten wir von Puerto Ayora wieder per Bus quer über die Insel Santa Cruz. Dieses Mal schafften wir es nicht ganz: Auf halbem Weg blieb der Bus mit Motorschaden stehen. Super! Zum Glück wimmelt es auf dieser Insel nur so von Taxis, daher schafften wir es rechtzeitig auf die Fähre und rüber nach Baltra.

Am Flughafen wartete schon unser Guide Juan, und nach und nach trafen die anderen 10 Gruppenmitglieder ein: Julia + Robert (DE), Kim + Dylan (USA), Natalie (GB), Sabrina (CH), Heather (BE), Kerrie, Lewis + Jenny (AUS). Ein bunter Mix. Per Bus ging's dann zum nahe gelegenen Hafen, wo die "Encantada" samt Crew schon auf uns warteten. Es konnte losgehen!

Den ersten Ausflug machten wir auf der Isla Santa Cruz und besuchten den Cerro Dragón, wo es wieder viele Landleguane zu sehen gab. Mein Highlight war aber der einsame Flamingo, der ganz alleine in der Lagune stand. Die Nacht war dann weniger ein Highlight.... Die Fahrt zur Isla Isabela war sehr holprig und ich kämpfte mit aller Macht gegen die Seekrankheit an. Zum Glück hatte ich noch Tabletten dabei und die halfen auch. Ich machte trotzdem kein Auge zu, da es mich in der schmalen Pritsche hin- und herrollte und ich befürchtete, aus dem Bett zu fallen. Am nächsten Tag war der Pazifik immer noch recht "nervös" und einige von uns hatten echt Mühe. Beim Landgang auf Isabela, in Puerto Villamil, deckten wir uns erstmal mit Medikamenten ein. Die haben zwar geholfen, machten aber extrem müde.

Mal abgesehen davon waren die Tage auf dem Schiff echt schön. Nette Leute, super Guide, tolle Ausflüge zu Fuss oder mit Schnorchel und mega leckeres Essen! Wir sind mit Pinguinen, Seehunden und Schildkröten geschwommen, haben Rochen, Seepferdchen und viele Fische gesehen, haben Haifische beobachtet, die unser Schiff umkreisten und den Flamingos beim Flirten zugeschaut. 
Unsere Tour:

1. TAG Santa Cruz: Cerro Dragón > 2. TAG Isabela: Humedales, Tintorera, Puerto Villamil, Besuch Centro de Crianza > 3. TAG Isabela: Punta Morena + Bahía Elizabeth > 4. TAG Fernandina + Isabela: Punta Espinoza, Caleta Tagus, Punta Vincente Roca > 5. TAG Santiago + Rábida: Puerto Egas, Isla Rábida > 6. TAG Daphne



Fazit: tolle Erfahrung, schöne Erlebnisse, traumhafte Natur, viele Tiere aber wir sind definitiv NICHT seetauglich :-/ Wir waren froh, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben und die Medis absetzen zu können. Die haben uns echt weggehauen. Zurück in Puerto Ayora feierten wir meinen Geburtstag und trafen nochmal Manu - diesmal mit ihrem Freund Marco. Wir verbrachten einen schönen Abend mit leckerem Essen und Babyhai-Beobachten am Pier - da schwammen nämlich ein kleiner Hammer-, ein Schwarzspitzen- und ein Weissspitzen-Hai rum! Ein Riesen-Highlight zum Abschluss unserer Galápagos-Abenteuer! Nun geht's zurück auf's Festland. Mal schauen, wo wir als nächstes hinkommen...


die M/S Encantada

Galápagos Inselhopping, Ecuador - 6. bis 11. Mai 2015

Nachdem die Gruppe abgereist war, zogen Sevi und ich in Puerto Ayora (Isla Santa Cruz) erst mal in eine günstigere Unterkunft. Zwar ohne Klimaanlage, aber sauber, gross und für $ 30 pro Nacht ein Schnäppchen. Und nun? Nach 3 Wochen Programm auf dem Silbertablett waren wir wieder auf uns gestellt und genossen die neue, alte Freiheit. Als erstes verschafften wir uns mal einen Überblick über die Tourenangebote... Mann hat das viele Agenturen - und wir waren in jeder drin! Nach einigem Hin und Her war uns klar: Eine Bootstour soll es sein. Aber welche Route? Wie viele Tage? Welches Boot? Preisliche Schmerzgrenze? Das erste Angebot war mir gleich sympatisch und machte einen seriösen Eindruck. Nach systematischem Vergleichen sind wir zum Schluss darauf zurückgekommen und buchten einen 6-tägigen Tripp mit dem roten Motorsegler "Encantada" um die Isla Isabela. Dafür hatten wir im Übrigen auch noch beste Referenz von Antje erhalten, die Anfang Jahr genau auf diesem Schiff war. Alles wunderbar.

Nachdem für Umzug und Organisation einen ganzen Tag draufging, genossen wir den nächsten Tag am herrlichen Strand von Tortuga Bay! Die lange Wanderung dorthin lohnte sich auf jeden Fall! Bis zum Start unserer Schiffstour blieben noch ein paar Tage - und so beschlossen wir, auf die Insel San Cristóbal überzusetzen. Und wieder war's eine holprige Speedboot-Fahrt. Einige der rund 20 Passagiere wurden seekrank und hingen über der Reling. Uns ging's zum Glück gut. Im familiär geführten Hostel wurden wir herzlich empfangen. Die Gastgeber sind pensioniert, die beiden Söhne studieren bzw. arbeiten auf dem Festland und das Rentner-Ehepaar kümmert sich derweil um die Gäste. Echt süss, die beiden! Kaum angekommen, lernten wir Manu kennen und entschieden spontan, mit auf die Tour zu gehen. Je mehr, desto günstiger. Und so fuhren wir zum Schluss zu fünft los: über die Insel zur Laguna El Junco, Besuch bei der Schildkröten-Aufzuchtfarm, runter zum Strand von Puerto Chino und auf dem Rückweg Kaffee und Kuchen bei der Casa de Arbol (Baumhaus) - und das bei schönstem Wetter.

Am nächsten Tag fiel der geplante Ausflug regelrecht ins Wasser - es regnete den ganzen Tag. So sind wir zusammen mit Manu nur bis zum Museum "Centro de Interpretacíon" spatziert. Bisschen Kultur und Geschichte, dann lecker Essen vom Grill.

Der 3. und letzte Tag auf San Cristóbal empfing uns wieder mit stahlblauem Himmel. Nach dem Frühstück fuhren Manu, Sevi und ich zu La Lobería raus und wanderten bis zur Roca Ballena. Und überall lagen da Echsen rum. Auf dem Rückweg konnte man wunderbar mit Wasserschildkröten schnorcheln. Traumhaft - ich war ganz aus dem Häuschen! Am Nachmittag war noch genug Zeit für den Cerro Tijeretas und Punta Carola. Den Tag schlossen wir mit Bier und Ceviche ab. Alles in allem mal wieder eine ganz runde Sache.

Ein Highlight, das Schnorcheln am León Dormido (Kicker Rock) haben wir bewusst ausgelassen. Die wollten allen ernstes $ 100 pro Person dafür haben! Da scheinbar vier der fünf Versorgungsschiffe für Galápagos abgesoffen sind, muss vieles eingeflogen werden, was das eh schon hohe Preisniveau auf den Inseln nochmal um rund 20 % erhöht. Ganz schön heftig und strapazierte unser Konto massiv.... aber da wir nun mal da waren, liess sich das kaum vermeiden. Wir dachten möglichst nicht daran und genossen die Zeit im Paradies.

Manu wartete auf San Cristóbal auf ihren Freund Marco, der eine Woche zum Tauchen rausgefahren ist. Sevi und ich mussten zurück nach Santa Cruz, weil von da unser Schiff ablegte. Wir verabredeten mit Manu, uns dann an meinem Geburtstag in Puerto Ayora nochmal zu treffen. 

Junge Riesenschildkröte auf San Cristóbal

Galápagos Gruppenreise, Ecuador - 2. bis 5. Mai 2015

Galápagos! Lange haben wir uns schon darauf gefreut. Die 130 Inseln liegen am Äquator, rund 1'000 km westlich der ecuadorianischen Küste im Pazifischen Ozean. Das Archipel wurde zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt. 97 % der Gesamtfläche ist geschützter Nationalpark und wird streng reglementiert.

Nach langem Rumärgern mit der LAN (= extrem unberechenbare Airline...) hat es dann doch geklappt und wir flogen mit der gleichen Maschine wie unsere Ecuador-Reisegruppe von Guayaquil nach Baltra. Da wurden wir bereits von unserer neuen Reiseleiterin erwartet. Nennen wir sie wegen der verblüffenden Ähnlichkeit mit dem Clown einfach mal "Crusty". Komisch war sie leider nicht. Im Gegenteil: In den ersten paar Minuten stellte sich schon heraus, dass sie eher humorlos und pessimistisch veranlagt ist. Vom Flughafen ging es erst mal mit dem Bus zum Kanal und von da mit der Fähre rüber auf Santa Cruz. Im nächsten Bus überquerten wir dann einmal die ganze Insel und trafen nach knapp 1 Stunde Fahrt in Puerto Ayora ein. Am späteren Nachmittag besuchten wir die Charles-Darwin-Forschungsstation, wo Riesenschildkröten und Landleguane in Gefangenschaft leben. Hat aus Sicht der Forschung und Reproduktion bestimmt seine Berechtigung... meins war es trotzdem nicht.

Leider hat uns Crusty dann mitgeteilt, dass die gebuchte Tour für den nächsten Tag ersatzlos gestrichen sei, da starke Regenfälle vorausgesagt wurden und die Boote deshalb nicht rausfahren durften. Na suuuper! Nach heftigem Intervenieren hat sich Crusty dann doch "bemüht" und für den nächsten Nachmittag wenigstens einen Landausflug in die Highlands von Santa Cruz zustande gebracht. Wir standen bei strömendem Regen an den Zwillingskratern "Los Gemelos" und besuchten anschliessend in der Reserva El Chato freilebende Riesenschildkröten und einen Lavatunnel. Schön! Und noch schöner, weil es Dorit's Geburtstag war und wir was zu feiern hatten.

Glücklicherweise durften die Schiffe am nächsten Tag wieder ablegen. So fuhren wir also zur Playa La Bachas (Isla Santa Cruz), einem wunderschönen Sandstrand und sahen Meerechsen, rote Klippenkrabben und Pelikane. Auf der Isla Seymour Norte konnten wir viele balzende Fregattvögel, Blaufusstölpel, Landleguane und Seelöwen aus nächster Nähe beobachten. Unglaublich schön! Und unglaublich heiss. Die Sonne am Äquator brannte schonungslos und verursachte vor allem bei Maik und Nobby heftigen, grossflächigen Sonnenbrand. Autsch!

Am letzten Tag mit der Gruppe machten wir einen Ausflug zur Isla Floreana. Die gut 2-stündige Überfahrt war ziemlich holprig und bekam der Anke gar nicht gut. Mir war's auch etwas flau im Magen und ich war froh, als wir auf Floreana ankamen. Auf der Insel leben heute rund 100 Leute. Wir besuchten da die Piratenhöhlen, sahen Schildkröten, wanderten zur Halbinsel La Lobería und hörten von der deutschen Siedlerfamilie Wittmer, die 1932 auf Floreana angekam und da heute ein Hostal führen. Auf der Rückfahrt begleiteten uns Pinguine, Delfine und fliegende Fische. Ein krönender Abschluss der Gruppenreise!

So mussten wir uns dann wohl oder übel von der Gruppe verabschieden - macht's gut Freunde und bis bald!

Playa La Bachas

Chiloé, Chile - 25. Januar bis 1. Februar 2015

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Von Puerto Varas ging‘s mit dem Bus nach Ancud auf der Insel Chiloé. Mit an Bord war auch Caroline aus Brasilien die wir im Hostel kennen gelernt hatten. Sie kommt aus Coritiba in Brasilien, wo wir voraussichtlich im Oktober vorbei kommen werden. Wir haben die Adressen getauscht und uns vorgenommen, sie dort zu besuchen.

Die Fahrt nach Ancud dauerte bloss drei Stunden. Eine davon auf der Fähre. Auf der Überfahrt wurden wir von neugierigen Seehunden und Delfinen begleitet.

In Ancud haben wir dann ein schmuckes Bungalow im Hostel Nuevo Mundo bezogen und sind am gleichen Tag noch nach Pinguinos gefahren. Zu unserer „grossen Überraschung“ gab es dort ein paar Pinguinkolonien zu  bestaunen. Mit dem Boot sind wir zu den Felsen gefahren, wo die trottligen Vögel auf uns gewartet haben. Das war grossartig.

Am nächsten Tag haben wir eine Wanderung zu einem Leuchtturm an der Nordküste der Insel gemacht. Den Turm haben wir nie gefunden. Dafür haben wir ein nettes Spanisch/Belgisches Pärchen kennen gelernt. Sie reisen von Süden Richtung Kolumbien und wir haben uns vorgenommen, uns unterwegs zu treffen, wenn wir von Kolumbien Richtung Süden reisen. Langsam wird’s kompliziert!

Nach drei Nächten sind wir dann nach Castro (immer noch auf der Insel Chiloé) weiter gezogen. Castro und die Umgebung sind vor allem bekannt für die fantastischen Holzkirchen und die Palafitos (bei uns heissen die Pfahlbauten). Die Palafisten-Häuser haben wir uns am ersten Tag auf einem Spaziergang durch die Stadt angeschaut. Tags darauf wollten wir auf die Insel Mechuque (gesprochen „Meschugge“). Eine besonders schöne Insel, die ihren ursprünglichen Charme noch bewahrt haben soll. Leider verlangten die Halsabschneider in Castro 50 CHF für den Trip. Deshalb haben wir wieder den lokalen Reisebus in den, der Insel vorgelagerten Ort Tenaún genommen. Die holprige Busfahrt dauerte drei Stunden und wir waren die einzigen Touristen an Bord. Allerdings hat uns der Bus dann auch in einem Geister-Kaff ausgespuckt. Es gab dort ein paar Häuser, eine Holzkirche (natürlich!) und einen Bootssteg. Und keiner der Palafisten konnte uns sagen, wann und ob eine Fähre nach Meschugge übersetzt. Wir haben dann einfach mal gewartet. Die Wartezeit wurde uns versüsst durch 6 Delfin-Pärchen, die vor dem Steg am Strand entlang gewandert sind. Nach drei Stunden ist dann tatsächlich eine Fähre eingetroffen. Die Meschuggianer haben dann für uns das traditionelle Curanto en hoyo gemacht. Das ist ein lokales Gericht, bei dem Muscheln, Wurst, Hühnchen, Schwein und Kartoffeln im Erdloch gegart werden. Tönt dämlich, ist aber sehr lecker.


An den verbleibenden Tagen haben wir dann von Castro aus noch den Nationalpark in Cucao bewandert und auf der Insel Achao ein Volksfest besucht. Von den gesamthaft 7 Tagen auf Chiloé waren wir an 6 Tagen mindestens 5 Stunden im Bus. Der Arsch ist eingesessen für die lange Fahrt ins gelobte Patagonien.