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Santa Marta und Taganga, Kolumbien - 25. bis 28. März 2015

Da wir den Treck zur Ciudad Perdida in 5 statt der ursprünglich angedachten 6 Tage gemacht hatten, trafen wir bereits am Mittwoch gegen 17.00 Uhr in Santa Marta ein. Im Office von Expotour holten wir unser Gepäck und suchten uns rasch eine Unterkunft in der Nähe. 15 Minuten später konnten wir endlich Duschen, saubere Klamotten anziehen und uns quer in ein richtiges Bett legen - das Leben ist schön!

Eigentlich wollten wir nur eine Nacht in der Stadt bleiben und gleich an die Strände weiterziehen. Aber der riesige Berg an Wäsche und meine hartnäckige Erkältung veranlassten uns dazu, länger zu bleiben. So schalteten wir mal wieder einen Ruhetag am Pool ein und schlenderten am Abend ein wenig durch's Centro Histórico.

Tags darauf verabredeten wir uns mit Ana Maria. Sie hatte einige Dinge in der Stadt zu erledigen und holte uns gegen Mittag ab. So hatten wir am Vormittag noch Zeit für etwas Kultur und besuchten das Museo Tairona de Oro. Eine schöne Ausstellung. Und sehr interessant -  besonders der Teil über die Tayrona Indianer, von denen wir auf der Ciudad Perdida schon so viel gehört hatten. Gemeinsam mit Ana fuhren wir dann später in das 3 km entfernte Fischerdorf Taganga, wo wir am Strand zu Mittag assen. Ana ging anschliessend los, ihren Kaffee zu promoten und wir kühlten uns derweil schon mal im Meer etwas ab. Der Strand, der sich vorallem am Wochenende als Partyhochburg auszeichnet, war verhältnismässig ruhig und der Sonnenuntergang in der malerischen Bucht traumhaft schön.

Am Abend meldeten sich Ana und Mike und teilten uns mit, dass sie in der Osterwoche ein paar Tage an der Playa Los Angeles campen wollen und wir sie gerne begleiten können. Das passte wunderbar in unseren Zeitplan. Aber vorher wollten wir noch in den Tayrona Nationalpark. Wir liessen unsere grossen Rucksäcke wieder in Santa Marta zurück und machten uns am nächsten Morgen mit leichtem Gepäck auf in den Park.


Ciudad Perdida, Kolumbien - 21. bis 25. März 2015

(Video)

Im Büro von Expotur warteten noch drei andere Pärchen mit uns auf den Start. Krista und Aleksi aus - dreimal dürft ihr raten - Finnland, Rachel und Jeff aus den Staaten sowie Aadesh und Jonathan aus UK. Letzterer hat mit seinem trockenen, britischen Humor die Gruppe von Anfang an blendend unterhalten. Dann wurden wir auch schon von Diego, unserem Guide für die nächsten Tage, abgeholt. Wie wir den Forum-Beiträgen im Internet entnehmen konnten, erwartete uns eine anstrengende 5-tägige Trekkingtour zu der sagenumwobenen, verlorenen Stadt, der Ciudad Perdida, mitten im Dschungel der Sierra Nevada.

Per Offroader ging es in rund zwei Stunden zum Ausgangspunkt der Wanderung nach El Mamey. Beim Anstieg trat plötzlich Rauch aus der Kühlerhaube unseres Vehikels und wir sprangen alle aus dem Auto. Nach einer halben Stunde konnte der Schaden "behoben" werden. Was genau das Problem war, wusste keiner. Es hat halt einfach nicht mehr geraucht - und weiter ging's. In El Mamey gab es dann erst mal Mittagessen und wir konnten zusehen, wie die Maultiere mit unserem Proviant beladen wurden. In rund 4 Stunden sind wir dann zum Camp 1 gewandert. Der steile Aufstieg unter der gleisenden Sonne war heftig und wir freuten uns, dass im Camp kühles Bier gekauft werden konnte und dass wir uns in einem wunderschönen Natur-Pool des Rio Buritacas erfrischen konnten. Am Abend hat uns Diego noch von den 4 "Bonanzas" der Region erzählt. Während der ersten Boomzeit (1960-1980) wurde in der Region auf den Plattformen der Stadt Marihuana angebaut. Dann folgten Grabräuber und zu "guter" Letzt die Kokainproduktion. Alle diese 3 Blütezeiten haben die falschen Leute angezogen und führten zu blutigen Kriegen. Mit der vierten Bonanza, dem heutigen Öko-Tourismus, soll dieser Teufelskreis durchbrochen werden.

Tagwache am zweiten Tag war um 06.00 Uhr. In 7 Stunden ging's via Camp 2 (wo es Mittagessen und ein Bad im Fluss gab) zum Camp 3. Die Vegetation änderte sich am Nachmittag schlagartig und wir kämpften uns durch dichten Dschungel voran. Im Camp 3 war das Bier nicht mehr ganz so kühl und sauteuer (1 Dose ca. CHF 1.80 sapperlott). Auch hier konnten wir baden.


Am dritten Tag mussten wir nach einem Kilometer "nur" noch die ca. 1'000 ungleichmässigen Stufen zur Ciudad Perdida hochsteigen. Die Stufen zu erklimmen und dann die Ruinenstadt zu betreten war ein mystischer Moment. Die Stadt besteht aus etwa 200 ovalen und runden Terrassen, die teils durch steile, teils durch ebene Steinwege miteinander verbunden sind, wobei der Höhenunterschied der einzelnen Terrassen bis zu zwölf Meter beträgt. Der heute freigelegte Teil der alten Stadt liegt zwischen 900 und 1200 m über Meer. Wir hatten das Glück, als erste Gruppe anzukommen. Diego hat dann der amerikanischen Dauerbeschallung den Stecker gezogen, indem er die Gruppe gebeten hat, für ein paar Minuten die Augen zu schliessen und die Ruhe zu geniessen. Das war der beste Moment. Nur das Vogelgezwitscher, der Wind und tief im Tal das rauschen des Rio Buritaca. Wir hatten viel Zeit zum Besichtigen der Ruinen. Danach ging es zum Essen zurück ins Camp 3 und danach weiter zum Camp 2, wo wir wieder unsere Feldbetten bezogen.
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Am vierten Tag wurde es dann gemütlicher. Wir sind am Morgen zurück ins Camp 1 gewandert und haben uns vor Mittag von Rachel, Jeff, Jonathan und Aadesh verabschiedet, welche noch am selben Tag nach Santa Marta zurück sind. Wir konnten im herrlichen Pool des Rio Buritaca entspannen, eine Kaffeeplantage besichtigen und in der Hängematte ausruhen. Herrlich nach den Strapazen der vergangenen Tage. Für Rapha kam die Pause auch gelegen, da sie sich im kühleren Camp 3 wohl etwas erkältet hat und sich fiebrig fühlte. Damit ging es ihr immer noch besser, als den drei anderen aus unserer Gruppe, die voll den "Toutesuiter" hatten.

Am letzten Tag konnten wir bis acht Uhr ausschlafen und sind danach gemütlich nach El Mamey zurück gewandert, wo Fahrer und Essen schon auf uns gewartet haben.

Die Wanderung wird ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Wir hatten eine kleine Gruppe mit netten Leuten und einen super Guide und auch das Essen war abwechslungsreich und sehr lecker. Die Natur und die Ciudad Perdida waren einfach wunderschön und jeden Tropfen Schweiss wert.

Sierra Nevada de Santa Marta

Minca, Kolumbien - 18. bis 21. März 2015

(Video)

Während ich diesen Blogeintrag schreibe, sitzen wir zusammen mit Ana Maria und Mike an einem der traumhaften Strände an der Karibik Kolumbiens. Es ist so schön, dass wir die beiden getroffen haben. Wie's dazu kam:

In Cartagena kehrte Luisa von ihrem Kurztripp zurück und schwärmte von der kleinen Ortschaft Minca. Immer wieder fragte ich mich, warum mir dieser Name so bekannt vorkam. Bis es mir durch den Kopf schoss: "Das ist doch der Ort, wo sich Ana Maria und Mike nach ihrer langen Reise niedergelassen haben!" Sofort die alten Mails gecheckt und genau so ist es: Ana Maria, eine ehemalige Arbeitskollegin bei Meng und Partner, hat sich nach einer Weltreise in Kolumbien niedergelassen und lebt mit ihrem Mann in Minca! Glücklicherweise konnten wir kurzfristig den Kontakt herstellen und wurden von den beiden spontan in ihr Haus eingeladen.

Isabel, unsere Host in Cartagena, hat für uns die Weiterfahrt organisiert und so fuhren wir im angenehm klimatisierten Kleinbus nach Santa Marta, wo wir kurz vor Mittag eintrafen. Als erstes sind wir bei Expotour vorbei, haben bei Cristian den Trekk zur Ciudad Perdida gebucht und gleich mal unser grosses Gepäck dagelassen. Anschliessend ging's per Collectivo nach Minca hoch. Auf rund 600 m oberhalb von Santa Marta liegt dieses idyllische, hübsche, verschlafene Nest, wo Ana Maria uns mit ihrem "Worldmobil" - zu einem Wohnmobil aufgerüsteter Toyota LandCruiser - im Dorfzentrum abgeholt hat. Mit diesem riesigen Gefährt sorgst du nicht nur hier in Minca für reichlich Aufsehen! In Australien gekauft, per Containerschiff nach Buenos Aires überführt und viele spannende km auf den Rädern... da sich das Fahrzeug in Kolumbien nicht einlösen lässt, steht es zum Kauf... wir überlegten ein paar Minuten. Aber unser Budget gibt das nötige Kleingeld nicht her. Zudem wollen wir doch gar nicht nach Australien. Oder??

Wir wurden von Ana und Mike herzlich empfangen und hatten einen wunderbaren Abend mit lecker Essen und Rotwein. Wir schliefen hervorragend und erwachten bei Vogelgezwitscher und mit spektakulärem Blick auf die wunderbaren Wälder der Sierra Nevada. Bei Tageslicht bestaunten wir die Gegend und das luftige, 2-stöckige Bambus-Traumhaus. Bei klarer Sicht sieht man Santa Marta und die Küste. Mike und seine zwei Mitarbeiter waren gerade dabei, die Fenster neu einzusetzen. Es gibt noch viel zu tun, wie Mike sagt. Und da steckt schon so viel Arbeit in dem tollen Haus! Wir sind total begeistert!

Während Mike am Haus rumwerkelt, nimmt uns Ana Maria mit ins Dorf, wo sie noch ein paar Besuche macht und wir dann anschliessend das Quadrimoto abholen, um auf ihre Finca hochzufahren. Mike hat uns extra noch eine Pumpe mitgegeben, und so konnten wir alle 4 Reifen gut mit Luft versorgen für die steile und holprige Fahrt auf unbefestigten Pisten. War das ein Spass! Unvorstellbar, wie die Strecke in der Regenzeit ausschaut. Aber Ana Maria meint, die wäre mit Töff oder Quadrimoto fahrbar. Die hat Nerven ;-)

Auf dem Weg machten wir Halt beim verpeilten (bekifft? besoffen? beides?) Jonas, einem Deutschen, der gerade dabei war, ein neues Bier zu brauen. Die Brauerei wurde erst kürzlich in einer ehemaligen Kirche eingerichtet. Der Typ war schon etwas schräg drauf. Aber sein Bier ist echt lecker! Gleich nebenan befindet sich die Hacienda Cafetera La Victoria, wo wir uns auf einer Führung die Kaffeeverarbeitung zeigen liessen. Sehr spannend. Über Stock und Stein ging es dann im Quadrimoto weiter. Auf der Finca von Ana und Mike wachsen auf rund 1'200 m  Mangos, Zitrusfrüchte, Guanabanas (Sevi's Nummer 1), Lulos und Kaffee. Der organisch angebaute Kaffee wird per Hand geerntet und aussortiert. So ein guter Kaffee! Ich will mich jetzt hier nicht im Detail verlieren, aber die beiden verfolgen ganz tolle Projekte und Geschäftsideen. Wir drücken die Daumen und wünschen viel Glück und gutes Gelingen!

Kaum auf der Finca oben angekommen, mussten wir feststellen, dass einer der Vorderreifen platt war. Gut, hat Mike uns die Pumpe mitgegeben. Saublöd, haben wir die im Dorf unten gelassen.... Kein Netz hier oben. Was tun? Ana überlegt nicht lange und entscheidet, das Quadrimoto beim Nachbarn unterzustellen, zu Fuss Richtung Minca (3 Stunden!) zu laufen und sobald wie möglich Mike anzurufen, damit er uns entgegenkommt. Das war ein schöner Spaziergang. Und Mike haben wir dann auch erreicht. Der hat sich gefreut! ;-) Kurz nach Einbruch der Dunkelheit waren wir zurück in Minca und belohnten uns mit einem leckeren Essen beim "Italiener".

Während Mike mit Pacho am nächsten Morgen bereits losgefahren ist, um unser Quadrimoto-Problem zu lösen, haben wir derweil ausgeschlafen und das reichhaltige Frühstück von Ana genossen. Mit frischem Guanabana-Saft! Sevi war sofort angefixt. Später kamen wir doch tatsächlich auch noch in den Genuss eines tropischen Regens - unüblich für diese Jahreszeit. Aber da es seit Dezember nicht mehr geregnet hat, mehr als nur willkommen für Natur und Mensch! Auf der offenen Terrasse genossen wir die Abkühlung. 2 Stunden später war's schon wieder vorbei und Sevi und ich machten uns auf den Weg zu den Cascadas. Vorher mussten wir im Auftrag von Mike mit einem Pack Gummibärchen bei Brigitte und Omar vorbei. Bei den beiden war's dann so gemütlich, dass es anschliessend zu spät für die Wasserfälle war und wir im Dunkeln nach Minca zurück sind.

Da wir zur Ciudad Perdida wandern wollten, mussten wir bereits am nächsten Morgen früh nach Santa Marta zurück. Der von Ana bestellte Privatfahrer kam einfach nicht. Kann in Kolumbien schon mal vorkommen. Sich ärgern nützt nichts. Ist halt so. Darum hat uns Ana ins Dorfzentrum gefahren, wo zum Glück gleich ein Collectivo bereit stand. So standen wir also pünktlich bei Expotour und waren bereit für das nächste Abenteuer...