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East Coast, Neuseeland - 24. März bis 3. April 2016

(Video)

Wir waren etwas angeschlagen von der Marathon-Wanderung vom Vortag und gönnten uns eine erholsame Nacht auf dem Holiday Park Campground in Invercargill. Allerdings war es mit der Ruhe schnell vorbei, als sich Hani, unser AirBnB Gastgeber aus Auckland, bei uns meldete. Er hatte nämlich Post für uns bekommen und nun, nach der dritten scharfen Mahnung, endlich daran gedacht, uns zu kontaktieren. Die ursprüngliche Forderung von 45 NZD belief sich durch Mahngebühren und Inkassospesen inzwischen schon auf 100 NZD. Wir hatten keine Ahnung, wofür wir belangt werden sollten. Also riefen wir sofort beim Inkassobüro an, wo man uns auf die Sprünge half. Es handelte sich um eine Parkbusse vom 28. Januar, eingefangen in Dunedin. Da wir das Auto erst eine Woche später gekauft hatten und wir bis anhin noch gar nicht in Dunedin waren, war schnell klar, dass wir das Knöllchen von unseren Vorgängern «geerbt» hatten. Das interessierte die Dame am anderen Ende der Leitung aber leider nicht die Bohne. Erst unser Besuch bei der kostenlosen Rechtsberatung (bitte die Wortkombination «kostenlos» und «Rechtsberatung» mal kurz wirken lassen) und zwei weitere Telefonate brachten die Hyänen zur Räson.

Nach getaner Arbeit verliessen wir Invercargill in Richtung Catlins. Wir fuhren über die «Scenic Route» zur Curio Bay, wo wir Delphine und mit viel Glück sogar einen der seltenen «Yellow-Eyed» Pinguine beobachten konnten. Der Zeltplatz an der Curio Bay war fantastisch (vielen Dank Mel C. aus B. für den Tipp). Auf der Fahrt durch die Catlins machten wir kurze Spaziergänge entlang der Strasse zum Slope Point (der südlichste Punkt Neuseelands, mit seinen lustigen, vom Wind frisierten Wäldern), den McLean Falls (wunderschöner Wald), dem Lost Gipsy Bus (ein Sammelsurium skuriler Bastlereien und Sammlungen), den Purakaunui Falls (sahen auf dem Prospekt besser aus als in Echt) und dem Nugget Point (wunderschöner Leuchtturm hoch über den Klippen). Ich fand diesen «Stop-and-go»-Reisestil ziemlich anstrengend. Aber die wilde Küste hier ist schon etwas ganz Spezielles und steht in krassem Gegensatz zur Golden Bay auf der anderen Seite der Insel.

Nach so viel Wildnis haben wir uns in Dunedin wieder einmal in einem Hostel einquartiert. Da gerade Karfreitag war, lief in der ganzen Stadt rein gar nichts. Also tranken wir in der Küche eine Flasche Wein und freundeten uns mit Juli und Connor an. Mit Juli machten wir am nächsten Morgen einen kleinen Stadtbummel und besuchten den Farmers-Market am Bahnhof. Unterwegs habe ich noch den Eingang zum Club gesehen wo F.K. nun aus V. und ich vor 12 Jahren rausgeworfen worden sind. So viele tolle Erinnerungen hier an jeder Ecke. Am Nachmittag sind wir auf die vorgelagerte Halbinsel Otago gefahren und danach haben wir uns in der Spights Brauerei etwas Währschaftes gegönnt.

Am Ostersonntag verliessen wir Dunedin ohne konkretes Ziel. Wir fuhren der Ostküste entlang weiter nordwärts, machten bei den Moeraki Boulders halt und fuhren dann bei Oamaru landeinwärts. Die Landschaft wurde schnell wieder alpiner und beim Lake Pukaki verschlug es uns wirklich fast die Sprache. Dieser See ist so schön, dass es fast schon kitschig ist. Wir campten am Fusse des Mount Cook und machten am Morgen eine leichte Wanderung zum höchsten Berg Neuseelands (3'724 m). Danach fuhren wir zum Lake Tekapo (ebenfalls wunderschön) und anschliessend weiter Richtung Geraldine. Hier wollten wir eigentlich Mary noch besuchen (die Schwester von Andy). Aber weil wir sie nicht kontaktieren konnten, fuhren wir einfach weiter bis nach Akaroa.

Von Akarao war es nur noch ein Katzensprung nach Christchurch und ich wurde allmählich ziemlich nervös. Hier hatte ich vor 12 Jahren einen unglaublich tollen und intensiven Monat verbracht. Wir wussten natürlich, dass die Stadt seit dem verheerenden Erdbeben von 2011 nicht mehr dieselbe war. Trotzdem waren wir vom Ausmass der Zerstörung geschockt. Aber mal der Reihe nach. Ich wollte meiner damaligen Gastfamilie ein Geschenk kaufen und für F.K. aus V. bei der Laube am Fluss einen Schatz vergraben (an diesem Platz haben wir meist die Tage ausklingen lassen). Also kauften wir uns die Utensilien im Supermarkt und fuhren via Sumner (wo es noch einigermassen ok aussah) nach New Brighton. Nur konnte ich da mein altes Quartier nicht mehr finden. Ein Blick auf die Karte half mir zu verstehen, dass wir eigentlich schon am richtigen Ort waren. Nur war kein einziges Haus mehr dort und wir standen vor einer grossen Wiese, wo nur noch die betonierten Einfahrten daran erinnerten, dass hier mal Menschen gelebt haben. Die Strasse mit der Laube war komplett gesperrt und die Laube selber existierte auch nicht mehr. Uns standen die Tränen wirklich zuvorderst und wir machten uns völlig desillusioniert auf den Weg zu unserem Hostel. Am nächsten Tag wollten wir die Innenstadt erkunden. Auch hier traf mich fast der Schlag. Der Cathedral Square ist kaum wiederzuerkennen. Die Kathedrale ist zum Teil eingestürzt und die Gebäude drum herum entweder gesperrt, abgerissen oder ebenfalls eingestürzt. Es war wirklich traurig, diesen einst so lebendigen Platz so anzutreffen. Zwischen all den Bauruinen werden emsig neue Gebäude hochgezogen (sofern es die Statik erlaubt) und wenigstens war der Hagley Park noch derselbe. So versprüht die Stadt schon auch einen eigenen Charme und eine gewisse optimistische Haltung. Aber es war extrem schwierig für mich, all die schönen Erinnerungen durch die aktuellen Eindrücke überschattet zu sehen. 

Wir waren froh, als wir die Stadt wieder verliessen. Vor uns lag Kaikoura, wo wir eine Whale-Watching-Tour buchten. Per Schnellboot ging es weit raus aufs Meer und dort horchte der Kapitän mit einem Ortungsgerät den Ozean ab. Die Wale machen beim Auftauchen nämlich ein spezielles Geräusch uns so kann man dann rechtzeitig am richtigen Ort sein, wenn die dicken Fische ihre Fontänen in die Luft schiessen und mit der Flosse winken. So funktioniert es zumindest in der Theorie. In der Praxis war es dann leider so, dass wir kreuz und quer über den Ozean düsten und nirgends einen Walfisch zu Gesicht bekamen. Erst beim letzten Versuch hörte unser Stevie-Wonder-Verschnitt einen Wal. Wir sahen ihn von Weitem noch ein paar Sekunden an der Oberfläche, dann tauchte er ab und war weg. Schade. Vom Tourenanbieter gab es anschliessend 80 % des Preises zurück.

Nach dieser eher enttäuschenden Tour fuhren wir ganz in den Norden der Insel nach Nelson. In diesem schönen Städtchen verbrachten wir ein paar erholsame Tage, trafen uns nochmal mit Juli und liessen unsere Zeit auf der Südinsel gemächlich und bei ein paar Bierchen ausklingen.

Traumstrand an der Curio Bay

Northland, Neuseeland - 7. bis 15. Februar 2016

(Video)

Was gibt es Schöneres, als den Tag mit einem reichhaltigen veganischen Frühstücksbuffet zu starten? Richtig: Eier, Speck, Butter, Wurst undsoweiterundsofort. Aber egal. Nach Toast und von Hippie-Händen gekneteter Guacamole verabschiedeten wir uns von Tom und Päde. Danke Euch beiden für die tolle Zeit! 

Uns blieben rund 10 Tage bis zu unserer ersten grossen Wanderung im Tongariro Nationalpark. Bis dahin wollten wir das Gebiet nördlich von Auckland erkunden. Bei schlechtem Wetter fuhren wir mit dem Fernziel Cape Reinga los Richtung Norden. Wir liessen uns treiben und steuerten am frühen Nachmittag spontan zu den Kai Iwi Lakes. Kurz vor der Ankunft drückte die Sonne durch und die Seen glitzerten fast kitschig in karibischen Blautönen. Was für ein Anblick! Spontan entschieden wir uns, die erste Nacht «on the road» auf dem Campingplatz direkt am See zu verbringen. Die Anlage war sehr spartanisch ausgestattet. Es gab nur ein WC-/Dusch-Häuschen und es nieselte praktisch den ganzen Rest des Tages. So verkrochen wir uns schon früh in unser rollendes Schneckenhaus.

Am nächsten Tag wurden wir von der Sonne wach geküsst. Nach einem Workout und einem leckeren Frühstück bepackten wir unsere Furia Roja und hielten weiter gegen Norden. Die Gegend hier ist berühmt für die mächtigen Kauri Bäume. Von denen gibt es allerdings nicht mehr allzu viele, weil die Europäer in ihrer Profitgier fast alle abgeholzt haben. Im Trounson Kauri Park und im Waipoua Kauri Forest konnten wir uns einige dieser Baumriesen anschauen. Darunter auch den mächtigsten Kauri Baum Neuseelands «Tane Mahuta» mit einem Durchmesser von 6 Metern und einer Höhe von 18 Metern. Auf der ganzen Fahrt waren wir immer wieder «geflasht» von der Natur. Alle 20 Minuten wähnten wir uns in einem anderen Land. Mal sah es aus wie bei uns auf dem Bözberg oder im Emmental mit saftigen Weiden und Kühen, mal wie im karibischen Dschungel oder wie in Kanada. Endgültig die Sprache verschlagen hat es uns, als wir die Bucht von Hokianga Harbour mit ihren Sanddünen und Mangroven erblickten. Wir fanden in Rawene einen top Campingplatz, wo wir mit netten Leuten einen geselligen Abend verbrachten.

Weil wir am dritten Tag die Fähre um ein paar Minuten verpassten, entschieden wir uns, die Bucht zu umfahren. So landeten wir versehentlich im Wairere Boulders Park, der von einem Schweizer Pärchen geführt wird. Wir wollten uns eigentlich nur mal kurz über den Ort informieren, aber Rita hat uns gleich in Beschlag genommen und wir sind erst nach 40 Minuten zum ersten Mal zu Wort gekommen. Also haben wir uns den Park fast notgedrungen und für NZD 30 auch noch angeschaut. Durch das Umfahren der Bucht und den Parkbesuch haben wir viel Zeit verloren und uns wurde schnell klar, dass wir es nicht mehr bis nach Cape Reinga schaffen würden. Als nach dem Einkauf auch noch Regen einsetzte, steuerten wir in Houhora den Wagener Holiday Park an und verbrachten einen gemütlichen Abend im überdachten BBQ-Bereich.

Tags darauf strahlte die Sonne. Wir machten Halt bei Te Paki, um uns die wunderschönen Sanddünen anzuschauen, welche sich vor der Küste auf eine Höhe von 150 Meter auftürmen. Danach erreichten wir endlich Cape Reinga mit dem malerischen Leuchtturm. Die Touristen-Massen besuchen diesen Ort in einem 11-stündigen Tagesausflug von Bay of Islands aus und haben keine Zeit für die kurze Wanderung zum Te Werahi Beach. Glück für uns. Wir hatten den vielleicht schönsten Strand, den wir je gesehen haben, ganz für uns alleine. Auf dem Weg dorthin konnten wir direkt vor der Klippe zwei Walfische beobachten, wie sie sich ihren Weg vom Tasmanischen See in den Pazifischen Ozean bahnten. Der Wahnsinn! Völlig geflasht von diesem mystischen Ort machten wir uns auf zum Kapowairua Zeltplatz an der Spirits Bay. Auch dieser Platz war einfach nur wunderschön. Wir campierten nur wenige Meter vom Strand entfernt und wurden, weil es gerade so gepasst hat, noch mit einem bilderbuchmässigen Sonnenuntergang belohnt. Dass der Tag nicht perfekt war, lag an den folgenden drei Gründen:

  1. Dem zweistündigen Kampf mit einem Sandkorn in meinem Auge, den ich jämmerlich verlor.
  2. Dem ziemlich hohen Haufen Kuhscheisse, den ich am Nachmittag überfahren hatte und der nun unter dem gesamten Fahrzeugboden klebend seine Duftwolken absonderte, sobald Furia warm wurde....
  3. Den 50 Moskitos, die sich in der Nacht durch einen 5 cm grossen Fensterspalt in unser Fahrzeug geschlichen hatten und getötet werden mussten.

Auch der nächste Tag hatte wieder viel zu bieten. Wir genossen den Morgen am Haus-Strand und sind dann wieder zurück Richtung Süden gefahren. Mit dem Rarawa Beach besuchten wir einen weiteren menschenverlassenen Strand mit schneeweissem Sand und kristallklarem Wasser an der Pazifikküste. Ganz anders präsentierte sich die Küste am 90 Miles Beach auf der anderen Seite der Insel. Die Tasmanische See ist sehr viel rauer und der Strand entsprechend wild. Auf der Karikari Halbinsel fanden wir wieder einen tollen Campingplatz direkt am Strand (Maitai Bay Camping Ground). Nach dem Badeplausch versuchten wir uns als Heimwerker und modifizierten unser Auto. Als erstes fixierten wir einen Haken an der Klappschublade unter unserem Bett, damit wir diese nicht immer von Hand hochhalten müssen. Dann fixierten wir ein Moskitonetz beim Fenster, damit die Blutfresser uns wenigstens in der Nacht in Ruhe lassen und zu guter Letzt befestigte ich eine Halterung für die Action Cam. Wir sollten unser Auto im Anschluss an unsere Reise nach Europa verschiffen und damit die zahlreichen Tuning-Veranstaltungen aufsuchen. Damit wir auch diesen Tag nicht als perfekt abbuchen konnten, hatte Rapha die glorreiche Idee, sich aufs offene Sackmesser zu setzen. Sie hat sich dabei die Schere ziemlich wüst in den Hintern gerammt. Die Wunde konnten wir aber ganz gut selbst versorgen: Es sah zum Glück schlimmer aus, als es tatsächlich war.

Eigentlich wollten wir am nächsten Tag weiterfahren. Aber uns gefiel es so gut, dass wir noch einmal hier übernachteten. Wir genossen einen gemütlichen Tag am Strand und konnten die Erlebnisse der letzten Tage ein wenig sacken lassen. Mit unseren Nachbarn, einem Rentnerpärchen aus Affoltern a.A. verstanden wir uns prächtig und wir liessen den Tag bei einem gemeinsamen Apéro ausklingen.

Nach einem gemütlichen Morgen machten wir uns auf zu der Bay of Islands. Eines der Top-Highlights im Norden. Leider war die Wettervorhersage für die nächsten Tage schlecht und so entschlossen wir uns, auf eine teure Kreuzfahrt zu den Inseln zu verzichten. Wir machten stattdessen eine kleine Wanderung zu den Haruru Falls. Hier war wieder einmal der Weg das Ziel. Ein fantastischer Pfad schlängelte sich der Bucht entlang durch Wälder und Mangroven zu einem (mikrigen) Wasserfall. Den Rest der Zeit nutzten wir für organisatorische Sachen (Blog, Reiseplanung, Finanzen nachführen etc.) und zum Ausspannen in der Lobby. Wir hatten die letzten 7 Tage ja kein Internet. Einen Umstand, den wir sehr genossen. Auch hier auf dem Zeltplatz in Waitangi muss man sich 1 GB für 24 Stunden Wifi für fünf Dollar extra kaufen.

Am Montag haben wir uns in Hamilton mit Mario verabredet. Wir verliessen Northland und trafen Mario und seine Freunde Céline und Danny 360 km weiter südlich in einem Motel etwas ausserhalb der Stadt. Es wurde ein gemütlicher Abend mit viel Bier und guten Gesprächen. Danke Mario für die tolle Zeit auf dieser Seite der Erde. Du bist ein super Kerli und ich hoffe, der Reisevirus hat Dich so richtig gepackt :-)

Wollten joggen gehen, sieht nach Regen aus.

Reisepläne 2016

Die Würfel sind gefallen und viele haben es schon erfahren - wir werden unsere Reise nächstes Jahr auf der anderen Seite der Erde fortführen. Da wir als SVP Wähler glauben, dass die Erde eine Scheibe ist, müssen wir zuerst zurück in die Schweiz fliegen. Wir werden planmässig am 17. Dezember um 18.05 Uhr mit IB3474 in Zürich landen und freuen uns riesig darauf, Euch lieben Leute alle nach so langer Zeit endlich wieder zu sehen.

Unser Abenteuer werden wir am 13. Januar 2016 fortsetzen. Wir fliegen via Bangkok nach Sydney. Dort bleiben wir 10 Tage, bevor es dann nach Neuseeland weitergeht. Hier wollen wir uns ein Auto kaufen und während drei Monaten Mittelerde entdecken. Wie es anschliessend zurück in die Schweiz geht, ist zurzeit noch offen. Im Fokus stehen Indonesien und/oder Malaysia. Fest steht nur, dass wir pünktlich zum Zapfenstreich 2016 wieder in Brugg sein wollen.


Ica, Peru - 21. bis 26. Juli 2015

(Video)

In Lima haben wir nur den Bus gewechselt und sind direkt nach Ica weitergereist. Von dort ging es mit dem Taxi ins 5 km entfernte Huacachina. Dieser Ort liegt in einer von Sand-Dünen umgebenen Oase und ist eine touristische Attraktion. Wir verbrachten eine Nacht dort, weil wir unbedingt mal in einer Oase schlafen wollten. Am Folgetag buchten wir eine Sand-Buggy-Tour. Es war witzig, mit dem Gefährt Marke Eigenbau durch die Dünen zu rasen. Auf einigen Dünen machten wir Halt und konnten mit Sandboards die Hügel runter flitzen. Das brauchte anfangs ein wenig Überwindung, weil das Gefälle im Sand sehr schwer einzuschätzen ist. Rapha hatte dann die glorreiche Idee, einen Hügel auf dem Board stehend runter zu fahren. Ihren Übermut bezahlte sie mit einem schmerzhaften Sturz auf ihr Steissbein, was sie noch ein paar Wochen spüren sollte...

Nach der Tour wurden wir im Hostel von unserem Gastgeber aus Ica abgeholt. Wir staunten nicht schlecht, als wir unser temporäres Zuhause betraten. Eine schicke Villa mit Pool in einem noblen Viertel. Hier lässt es sich gut leben! Luis und Victoria, unsere Hosts, haben sich fantastisch um uns und die anderen Gäste gekümmert. Sie bieten sogar eigene Touren zu den umliegenden Sehenswürdigkeiten an. So sind wir mit Luis in das nahe gelegene Paracas Reservat gefahren. Ein wunderschönes, karges Küstengebiet in der Wüste.

Da Rapha seit einigen Tagen über Zahnschmerzen klagte, beschlossen wir, in Ica einen Zahnarzt aufzusuchen. Wir waren froh, dass wir unsere gut situierte Gastfamilie um Rat fragen konnten. Victoria hat gleich einen Termin organisiert und uns ins Taxi gesetzt. Rapha hat während der Fahrt noch die wichtigsten zahnmedizinischen Begriffe auf Spanisch in ihr Kurzzeitgedächtnis gepaukt und wenig später sass sie bereits auf dem Schragen. Die Praxis war wider Erwarten sauber und modern eingerichtet. Ein Loch war es zum Glück nicht - aber irgendwas drückte wohl auf den Zahnnerv. Die Zahnärztin hat den Zahn aufgebohrt und den Nerv mit einem Medikament behandelt. Sollte es in fünf Tagen nicht besser sein, sollen wir wieder vorbei kommen. Gut, dass die Zahnarztpraxis auch Niederlassungen in anderen Städten hat. Wir hoffen aber natürlich, diesen Service nicht in Anspruch nehmen zu müssen.

Da Rapha auch sonst gesundheitlich immer noch angeschlagen war (die Erkältung hielt sich hartnäckig), haben wir ein paar Tage am Pool gefaulenzt. Zusammen mit einem Holländer bin ich noch auf die Düne hinter dem Haus gestiegen. Was von unten einfach aussah, entpuppte sich dann doch als ziemliche Herausforderung. Aber die Aussicht war fantastisch.

Das Highlight haben wir uns dann für den letzten Tag aufgehoben. Wir sind zurück in die Oase nach Huacachina gefahren. Dort haben wir die Skischule von Laurent aufgesucht. Laurent ist Schweizer und arbeitet mit viel Enthusiasmus daran, seinen Sport (Sandski und Sandboarding) in Peru zu etablieren. Nach einer kurzen Einführung sind wir bereits mit einem Sandbuggy zu den grossen Dünen gefahren. Mit echten Skis und Bindung, aber in kurzen Hosen, sind wir die Dünen runter gewedelt. Als durchschnittlicher Schnee-Skifahrer hat man den Dreh schnell raus und es macht irrsinnigen Spass.

Wir sind nach dem "Sandriden" zurück in unsere Villa gefahren, wo wir uns von unseren Gastgebern verabschiedet haben. Victoria war schon etwas traurig darüber, dass wir abreisten. Aber da ihre Tochter in Genf studiert, hoffen wir auf ein Wiedersehen in der Schweiz. Am Nachmittag haben wir den Bus nach Nasca genommen und erreichten unser Ziel nach knapp drei Stunden Fahrt.

Oase Huacachina

Trujillo / Huanchaco, Peru - 18. bis 20. Juli 2015

Die achtstündige Busfahrt von Huaraz nach Trujillo war mal wieder spektakulär! Zuerst ging es auf einer kurvenreichen, engen Bergstrasse einmal quer über die Cordillera Negra hoch bis auf 4'200 m.ü.M. und von da auf Meereshöhe runter. Und das im doppelstöckigen Bus... verrückt. Wer auf diesem Streckenabschnitt im Bus aufs Klo muss, hat verloren :-) 

Wir freuten uns auf Meer, Ceviche und wärmere Temperaturen. Obwohl es um die Jahreszeit an der Küste meist bewölkt ist und vom Meer her ein kühler Nebel ins Land zieht, hatten wir echt Glück mit dem Wetter und es war angenehm warm. In Trujillo angekommen, warteten auch schon die Taxifahrer auf uns und kämpften um unsere Aufmerksamkeit.... ich mag es gar nicht, so belagert zu werden. Nun gut, wir entschieden uns für einen der Herren und fuhren nach Huanchaco. Die rund 30-minütige Fahrt war sehr angenehm und unser Taxifahrer wusste links und rechts viel zu zeigen und zu erzählen. Huanchaco war dann optisch erstmal eher enttäuschend. Wohl ein Paradies für Surfer, aber der Ort an sich und der Strand haben wenig Charme. 

Wir waren froh, als wir endlich im Hostel ankamen. Ich war richtig platt. Zu meiner bestehenden Erkältung kamen fiese Kopfschmerzen hinzu, und so verbrachte ich die folgenden zwei Tage mehrheitlich im Bett. Unser Zimmer war wie geschaffen dafür: grosszügig, bequemes Bett, Blick aufs Meer, kleine Terrasse mit Hängematte. 

Viel länger wollten wir dann aber auch nicht in diesem Ort bleiben und entschieden daher, am 3. Tag den Nachtbus nach Lima zu nehmen. Nachdem ich mich wieder etwas fitter fühlte, nutzten wir den verbleibendem Tag für etwas Kultur. Und davon gibt es in Peru ja reichlich!

Am Vormittag besuchten wir die Huacas del Sol y de la Luna. Die Adobe-Pyramiden dienten als Zeremonialtempel der Moche-Kultur, die vom 1. bis zum 8. Jahrhundert von der Landwirtschaft lebten und dafür ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem entwickelten. Zudem betrieben die Moche ein hochentwickeltes Keramik-Handwerk. Viele, teilweise unversehrte Stücke sind im neu errichteten Museum ausgestellt. 

Am Nachmittag besuchten wir dann die Stätten der etwas jüngeren Chimú-Kultur (1250 bis 1470). Zuerst machten wir Halt am Regenbogentempel (Huaca Arco Iris), bevor wir Chan Chan besuchten. Diese Hauptstadt des Chimú-Reiches entstand um 1300, erstreckte sich auf 28 km2 und beherbergte zwischen 60'000 und 100'000 Einwohner.  

Selbstverständlich durfte auch ein kurzer Stopp an der Plaza de Armas in Trujillo nicht fehlen. Die gelbe Kathedrale, die da steht, sieht echt schön aus. 

Nachdem vollgepackten Tag waren wir müde genug, um auf der zehnstündigen Busfahrt nach Lima ein paar Stunden Schlaf zu kriegen.

Huanchaco Beach

Galápagos Cruise, Ecuador - 12. bis 19. Mai 2015

(Video)

Und endlich war er da, der grosse Tag! Voller Vorfreude und etwas aufgeregt machten wir uns auf zum Flughafen Baltra, dem Treffpunkt für die "Encantada" Passagiere. Dafür mussten wir von Puerto Ayora wieder per Bus quer über die Insel Santa Cruz. Dieses Mal schafften wir es nicht ganz: Auf halbem Weg blieb der Bus mit Motorschaden stehen. Super! Zum Glück wimmelt es auf dieser Insel nur so von Taxis, daher schafften wir es rechtzeitig auf die Fähre und rüber nach Baltra.

Am Flughafen wartete schon unser Guide Juan, und nach und nach trafen die anderen 10 Gruppenmitglieder ein: Julia + Robert (DE), Kim + Dylan (USA), Natalie (GB), Sabrina (CH), Heather (BE), Kerrie, Lewis + Jenny (AUS). Ein bunter Mix. Per Bus ging's dann zum nahe gelegenen Hafen, wo die "Encantada" samt Crew schon auf uns warteten. Es konnte losgehen!

Den ersten Ausflug machten wir auf der Isla Santa Cruz und besuchten den Cerro Dragón, wo es wieder viele Landleguane zu sehen gab. Mein Highlight war aber der einsame Flamingo, der ganz alleine in der Lagune stand. Die Nacht war dann weniger ein Highlight.... Die Fahrt zur Isla Isabela war sehr holprig und ich kämpfte mit aller Macht gegen die Seekrankheit an. Zum Glück hatte ich noch Tabletten dabei und die halfen auch. Ich machte trotzdem kein Auge zu, da es mich in der schmalen Pritsche hin- und herrollte und ich befürchtete, aus dem Bett zu fallen. Am nächsten Tag war der Pazifik immer noch recht "nervös" und einige von uns hatten echt Mühe. Beim Landgang auf Isabela, in Puerto Villamil, deckten wir uns erstmal mit Medikamenten ein. Die haben zwar geholfen, machten aber extrem müde.

Mal abgesehen davon waren die Tage auf dem Schiff echt schön. Nette Leute, super Guide, tolle Ausflüge zu Fuss oder mit Schnorchel und mega leckeres Essen! Wir sind mit Pinguinen, Seehunden und Schildkröten geschwommen, haben Rochen, Seepferdchen und viele Fische gesehen, haben Haifische beobachtet, die unser Schiff umkreisten und den Flamingos beim Flirten zugeschaut. 
Unsere Tour:

1. TAG Santa Cruz: Cerro Dragón > 2. TAG Isabela: Humedales, Tintorera, Puerto Villamil, Besuch Centro de Crianza > 3. TAG Isabela: Punta Morena + Bahía Elizabeth > 4. TAG Fernandina + Isabela: Punta Espinoza, Caleta Tagus, Punta Vincente Roca > 5. TAG Santiago + Rábida: Puerto Egas, Isla Rábida > 6. TAG Daphne



Fazit: tolle Erfahrung, schöne Erlebnisse, traumhafte Natur, viele Tiere aber wir sind definitiv NICHT seetauglich :-/ Wir waren froh, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben und die Medis absetzen zu können. Die haben uns echt weggehauen. Zurück in Puerto Ayora feierten wir meinen Geburtstag und trafen nochmal Manu - diesmal mit ihrem Freund Marco. Wir verbrachten einen schönen Abend mit leckerem Essen und Babyhai-Beobachten am Pier - da schwammen nämlich ein kleiner Hammer-, ein Schwarzspitzen- und ein Weissspitzen-Hai rum! Ein Riesen-Highlight zum Abschluss unserer Galápagos-Abenteuer! Nun geht's zurück auf's Festland. Mal schauen, wo wir als nächstes hinkommen...


die M/S Encantada

Galápagos Inselhopping, Ecuador - 6. bis 11. Mai 2015

Nachdem die Gruppe abgereist war, zogen Sevi und ich in Puerto Ayora (Isla Santa Cruz) erst mal in eine günstigere Unterkunft. Zwar ohne Klimaanlage, aber sauber, gross und für $ 30 pro Nacht ein Schnäppchen. Und nun? Nach 3 Wochen Programm auf dem Silbertablett waren wir wieder auf uns gestellt und genossen die neue, alte Freiheit. Als erstes verschafften wir uns mal einen Überblick über die Tourenangebote... Mann hat das viele Agenturen - und wir waren in jeder drin! Nach einigem Hin und Her war uns klar: Eine Bootstour soll es sein. Aber welche Route? Wie viele Tage? Welches Boot? Preisliche Schmerzgrenze? Das erste Angebot war mir gleich sympatisch und machte einen seriösen Eindruck. Nach systematischem Vergleichen sind wir zum Schluss darauf zurückgekommen und buchten einen 6-tägigen Tripp mit dem roten Motorsegler "Encantada" um die Isla Isabela. Dafür hatten wir im Übrigen auch noch beste Referenz von Antje erhalten, die Anfang Jahr genau auf diesem Schiff war. Alles wunderbar.

Nachdem für Umzug und Organisation einen ganzen Tag draufging, genossen wir den nächsten Tag am herrlichen Strand von Tortuga Bay! Die lange Wanderung dorthin lohnte sich auf jeden Fall! Bis zum Start unserer Schiffstour blieben noch ein paar Tage - und so beschlossen wir, auf die Insel San Cristóbal überzusetzen. Und wieder war's eine holprige Speedboot-Fahrt. Einige der rund 20 Passagiere wurden seekrank und hingen über der Reling. Uns ging's zum Glück gut. Im familiär geführten Hostel wurden wir herzlich empfangen. Die Gastgeber sind pensioniert, die beiden Söhne studieren bzw. arbeiten auf dem Festland und das Rentner-Ehepaar kümmert sich derweil um die Gäste. Echt süss, die beiden! Kaum angekommen, lernten wir Manu kennen und entschieden spontan, mit auf die Tour zu gehen. Je mehr, desto günstiger. Und so fuhren wir zum Schluss zu fünft los: über die Insel zur Laguna El Junco, Besuch bei der Schildkröten-Aufzuchtfarm, runter zum Strand von Puerto Chino und auf dem Rückweg Kaffee und Kuchen bei der Casa de Arbol (Baumhaus) - und das bei schönstem Wetter.

Am nächsten Tag fiel der geplante Ausflug regelrecht ins Wasser - es regnete den ganzen Tag. So sind wir zusammen mit Manu nur bis zum Museum "Centro de Interpretacíon" spatziert. Bisschen Kultur und Geschichte, dann lecker Essen vom Grill.

Der 3. und letzte Tag auf San Cristóbal empfing uns wieder mit stahlblauem Himmel. Nach dem Frühstück fuhren Manu, Sevi und ich zu La Lobería raus und wanderten bis zur Roca Ballena. Und überall lagen da Echsen rum. Auf dem Rückweg konnte man wunderbar mit Wasserschildkröten schnorcheln. Traumhaft - ich war ganz aus dem Häuschen! Am Nachmittag war noch genug Zeit für den Cerro Tijeretas und Punta Carola. Den Tag schlossen wir mit Bier und Ceviche ab. Alles in allem mal wieder eine ganz runde Sache.

Ein Highlight, das Schnorcheln am León Dormido (Kicker Rock) haben wir bewusst ausgelassen. Die wollten allen ernstes $ 100 pro Person dafür haben! Da scheinbar vier der fünf Versorgungsschiffe für Galápagos abgesoffen sind, muss vieles eingeflogen werden, was das eh schon hohe Preisniveau auf den Inseln nochmal um rund 20 % erhöht. Ganz schön heftig und strapazierte unser Konto massiv.... aber da wir nun mal da waren, liess sich das kaum vermeiden. Wir dachten möglichst nicht daran und genossen die Zeit im Paradies.

Manu wartete auf San Cristóbal auf ihren Freund Marco, der eine Woche zum Tauchen rausgefahren ist. Sevi und ich mussten zurück nach Santa Cruz, weil von da unser Schiff ablegte. Wir verabredeten mit Manu, uns dann an meinem Geburtstag in Puerto Ayora nochmal zu treffen. 

Junge Riesenschildkröte auf San Cristóbal

Galápagos Gruppenreise, Ecuador - 2. bis 5. Mai 2015

Galápagos! Lange haben wir uns schon darauf gefreut. Die 130 Inseln liegen am Äquator, rund 1'000 km westlich der ecuadorianischen Küste im Pazifischen Ozean. Das Archipel wurde zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt. 97 % der Gesamtfläche ist geschützter Nationalpark und wird streng reglementiert.

Nach langem Rumärgern mit der LAN (= extrem unberechenbare Airline...) hat es dann doch geklappt und wir flogen mit der gleichen Maschine wie unsere Ecuador-Reisegruppe von Guayaquil nach Baltra. Da wurden wir bereits von unserer neuen Reiseleiterin erwartet. Nennen wir sie wegen der verblüffenden Ähnlichkeit mit dem Clown einfach mal "Crusty". Komisch war sie leider nicht. Im Gegenteil: In den ersten paar Minuten stellte sich schon heraus, dass sie eher humorlos und pessimistisch veranlagt ist. Vom Flughafen ging es erst mal mit dem Bus zum Kanal und von da mit der Fähre rüber auf Santa Cruz. Im nächsten Bus überquerten wir dann einmal die ganze Insel und trafen nach knapp 1 Stunde Fahrt in Puerto Ayora ein. Am späteren Nachmittag besuchten wir die Charles-Darwin-Forschungsstation, wo Riesenschildkröten und Landleguane in Gefangenschaft leben. Hat aus Sicht der Forschung und Reproduktion bestimmt seine Berechtigung... meins war es trotzdem nicht.

Leider hat uns Crusty dann mitgeteilt, dass die gebuchte Tour für den nächsten Tag ersatzlos gestrichen sei, da starke Regenfälle vorausgesagt wurden und die Boote deshalb nicht rausfahren durften. Na suuuper! Nach heftigem Intervenieren hat sich Crusty dann doch "bemüht" und für den nächsten Nachmittag wenigstens einen Landausflug in die Highlands von Santa Cruz zustande gebracht. Wir standen bei strömendem Regen an den Zwillingskratern "Los Gemelos" und besuchten anschliessend in der Reserva El Chato freilebende Riesenschildkröten und einen Lavatunnel. Schön! Und noch schöner, weil es Dorit's Geburtstag war und wir was zu feiern hatten.

Glücklicherweise durften die Schiffe am nächsten Tag wieder ablegen. So fuhren wir also zur Playa La Bachas (Isla Santa Cruz), einem wunderschönen Sandstrand und sahen Meerechsen, rote Klippenkrabben und Pelikane. Auf der Isla Seymour Norte konnten wir viele balzende Fregattvögel, Blaufusstölpel, Landleguane und Seelöwen aus nächster Nähe beobachten. Unglaublich schön! Und unglaublich heiss. Die Sonne am Äquator brannte schonungslos und verursachte vor allem bei Maik und Nobby heftigen, grossflächigen Sonnenbrand. Autsch!

Am letzten Tag mit der Gruppe machten wir einen Ausflug zur Isla Floreana. Die gut 2-stündige Überfahrt war ziemlich holprig und bekam der Anke gar nicht gut. Mir war's auch etwas flau im Magen und ich war froh, als wir auf Floreana ankamen. Auf der Insel leben heute rund 100 Leute. Wir besuchten da die Piratenhöhlen, sahen Schildkröten, wanderten zur Halbinsel La Lobería und hörten von der deutschen Siedlerfamilie Wittmer, die 1932 auf Floreana angekam und da heute ein Hostal führen. Auf der Rückfahrt begleiteten uns Pinguine, Delfine und fliegende Fische. Ein krönender Abschluss der Gruppenreise!

So mussten wir uns dann wohl oder übel von der Gruppe verabschieden - macht's gut Freunde und bis bald!

Playa La Bachas

Chiloé, Chile - 25. Januar bis 1. Februar 2015

(Video)

Von Puerto Varas ging‘s mit dem Bus nach Ancud auf der Insel Chiloé. Mit an Bord war auch Caroline aus Brasilien die wir im Hostel kennen gelernt hatten. Sie kommt aus Coritiba in Brasilien, wo wir voraussichtlich im Oktober vorbei kommen werden. Wir haben die Adressen getauscht und uns vorgenommen, sie dort zu besuchen.

Die Fahrt nach Ancud dauerte bloss drei Stunden. Eine davon auf der Fähre. Auf der Überfahrt wurden wir von neugierigen Seehunden und Delfinen begleitet.

In Ancud haben wir dann ein schmuckes Bungalow im Hostel Nuevo Mundo bezogen und sind am gleichen Tag noch nach Pinguinos gefahren. Zu unserer „grossen Überraschung“ gab es dort ein paar Pinguinkolonien zu  bestaunen. Mit dem Boot sind wir zu den Felsen gefahren, wo die trottligen Vögel auf uns gewartet haben. Das war grossartig.

Am nächsten Tag haben wir eine Wanderung zu einem Leuchtturm an der Nordküste der Insel gemacht. Den Turm haben wir nie gefunden. Dafür haben wir ein nettes Spanisch/Belgisches Pärchen kennen gelernt. Sie reisen von Süden Richtung Kolumbien und wir haben uns vorgenommen, uns unterwegs zu treffen, wenn wir von Kolumbien Richtung Süden reisen. Langsam wird’s kompliziert!

Nach drei Nächten sind wir dann nach Castro (immer noch auf der Insel Chiloé) weiter gezogen. Castro und die Umgebung sind vor allem bekannt für die fantastischen Holzkirchen und die Palafitos (bei uns heissen die Pfahlbauten). Die Palafisten-Häuser haben wir uns am ersten Tag auf einem Spaziergang durch die Stadt angeschaut. Tags darauf wollten wir auf die Insel Mechuque (gesprochen „Meschugge“). Eine besonders schöne Insel, die ihren ursprünglichen Charme noch bewahrt haben soll. Leider verlangten die Halsabschneider in Castro 50 CHF für den Trip. Deshalb haben wir wieder den lokalen Reisebus in den, der Insel vorgelagerten Ort Tenaún genommen. Die holprige Busfahrt dauerte drei Stunden und wir waren die einzigen Touristen an Bord. Allerdings hat uns der Bus dann auch in einem Geister-Kaff ausgespuckt. Es gab dort ein paar Häuser, eine Holzkirche (natürlich!) und einen Bootssteg. Und keiner der Palafisten konnte uns sagen, wann und ob eine Fähre nach Meschugge übersetzt. Wir haben dann einfach mal gewartet. Die Wartezeit wurde uns versüsst durch 6 Delfin-Pärchen, die vor dem Steg am Strand entlang gewandert sind. Nach drei Stunden ist dann tatsächlich eine Fähre eingetroffen. Die Meschuggianer haben dann für uns das traditionelle Curanto en hoyo gemacht. Das ist ein lokales Gericht, bei dem Muscheln, Wurst, Hühnchen, Schwein und Kartoffeln im Erdloch gegart werden. Tönt dämlich, ist aber sehr lecker.


An den verbleibenden Tagen haben wir dann von Castro aus noch den Nationalpark in Cucao bewandert und auf der Insel Achao ein Volksfest besucht. Von den gesamthaft 7 Tagen auf Chiloé waren wir an 6 Tagen mindestens 5 Stunden im Bus. Der Arsch ist eingesessen für die lange Fahrt ins gelobte Patagonien.


Valparaìso, Chile - 16. Januar bis 19. Januar 2015

(Video)

Valparaìso erstreckt sich über eine Vielzahl von Hügeln (cerros), hat ca. 300'000 Einwohner und liegt westlich von Santiago an der Pazifikküste.

Hafenstadt, Hauptsitz des chilenischen Kongresses, Künstlerstadt, Stadt der Wandmalereien und der Graffitis. Vorallem in den Altstadtvierteln des Cerro Alegre und des Cerro Concepción hat jede nur denkbare Fläche mindestens einmal Bekanntschaft mit einer Spraydose oder einem Farbpinsel gemacht. Seien es freistehende Wände, Mauern, ganze Häuser, Türen, Briefkästen oder die Müllabfuhr: Farbenfrohe Bilder, wo man hinschaut. Valparaìso gilt als kulturelle Hauptstadt Chiles. Der historische Stadtkern wurde zurecht zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.

Valparaìso ist aber auch die Stadt der üblen Gerüche, der stinkenden Busse, der überfüllten Hauptstrassen und der streunenden Hunde. Die Kleinkriminalität nimmt stetig zu und Diebstähle sind hier wohl an der Tagesordnung: Immer wieder wurden wir von besorgten Einheimischen darauf aufmerksam gemacht, unsere Taschen unbedingt vorne zu tragen, nur das Allernötigste mitzunehmen, den Hafen zu meiden und bei Dunkelheit auch für kleine Strecken ein Taxi zu rufen. Wir haben die Ratschläge gerne befolgt und fühlten uns zu keiner Zeit unsicher.

Unser Hostal Casa Amarilla liegt auf dem Cerro Artillería und bietet eine traumhafte Sicht über die Stadt und den Hafen. Wir hatten grosses Glück und kriegten das Zimmer mit einem sensationellen Ausblick auf die Stadt und den Hafen! Ana und ihre Familie gaben uns super Tipps und verwöhnten uns täglich mit einem exzellenten Frühstück. 

Von den unzähligen Hügeln aus lässt sich gut beobachten, wie im Hafen die Containerschiffe beladen werden. Und  immer mal wieder legt ein Kreuzfahrtschiff an, welches Menschenmassen ausspuckt, die dann im Eiltempo die Hügel erklimmen und für ein paar Stunden die Funiculares (Standseilbahnen), die Ascensores (Lifte) und die Aussichtsplattformen überfluten. Wir sind dann einfach zu Fuss über unzählige Stufen die Hügel hoch und runter und haben auf dem Weg viele Kleinigkeiten entdeckt, die diesem Ort Charm verleihen.

Jetzt aber ist es an der Zeit, die Stadtluft gegen die Landluft auszutauschen. Per Nachtbus machen wir uns auf ins chilenische Seengebiet (Región de los Lagos). Nächster Halt: Puerto Varas am Lago Llanquihue....