Ecuador Rundreise - 15. April bis 1. Mai 2015

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Dorit und Jürgen lernten wir letztes Jahr in Kuba kennen. Wir haben uns super verstanden und die beiden haben sich spontan entschlossen, uns auf einer Etappe unserer grossen Reise zu begleiten. Schnell einigten wir uns auf Ecuador. Im Dezember machten wir dann Nägel mit Köpfen und buchten gemeinsam eine Rundreise bei World Insight.

Trotz der Vorfreude auf die beiden traten wir den Flug von Medellín via Bogota nach Quito mit gemischten Gefühlen an. Wir fühlten uns ein wenig ums Paradies (Kolumbien!) betrogen und wussten noch nicht so recht, wie wir auf die neuen Begebenheiten wie Selbstbestimmung vs. Fremdbestimmung, das Reisetempo und die Gruppe reagieren würden.

Am ersten Reisetag haben wir bei einem Stadtrundgang durch Quito die anderen Teilnehmer kennengelernt: Unsere Familie für die folgenden drei Wochen bestand aus 13 Personen plus Guide und Fahrer. Als Erster aus der Masse heraus gestochen ist Nobby. Ein Eintracht-Fan mit filigranen Füssen. Ansonsten war die Stimmung noch etwas zurückhaltend. Wir haben die historische Altstadt mit der Kathedrale, dem Plaza de la Independencia und den Kirchen San Fransisco und La Compañia angeschaut. Dabei fiel das Atmen auf 2'800 Meter Höhe schon ziemlich schwer. Am nächsten Tag ging es per Seilbahn auf den Hausberg Pichincha auf über 4'000 Meter über Meer. Auf dieser Höhe kamen dann zu den Atemschwierigkeiten auch noch Kopfschmerzen dazu. Gelohnt hat es sich wegen der Wahnsinns-Aussicht auf die Stadt und die umliegenden Vulkane aber auf jeden Fall.

Am vierten Tag fuhren wir nach Otavalo zum Indianermarkt. Unterwegs stoppten wir beim Äquatordenkmal bei Cayambe, wo unser Guide David viel Interessantes über die Bedeutung und die Vermessung des Äquators durch die Inkas zu erzählen wusste. Der Samstagsmarkt in Otavalo ist riesig, voller Farben und Gerüche und herrlich anzuschauen. Auf dem Weg nach Ibarra besuchten wir auch noch eine Weberei in Peguche. Die Unterkunft in Ibarra war ein krasses Gegenstück zu unserem gewohnten Backpacker-Dasein. Die Hacienda Chorlaví verfügte neben einem Wellness-Bereich und einem schicken Restaurant auch über einen Billardtisch. Eine gute Fügung, denn Billard und Bier waren der perfekte Rahmen, um die Gruppenmitglieder baesser kennen zu lernen. Anke und Mike haben sich als echte Billard-Cracks entpuppt. Und auch mit Jochen und Beate war das Eis dann schnell gebrochen. Am nächsten Tag machten wir uns auf zur Wanderung entlang des Kraterrandes der Laguna Cuicocha. Auf 3'000 Meter waren wir auch hier wieder recht schnell ausser Atem. Leider sind wir auf halbem Weg in ein heftiges Gewitter gekommen und mussten umkehren.

Weiter ging es nach Papallacta und da gleich auf eine kleine Wanderung an einem herrlichen Flüsschen entlang. Im Hotel hatten wir das Thermalbad direkt vor unseren Zimmern. Herrlich! Leider war nicht viel Zeit, um es richtig auszukosten. Am nächsten Tag haben wir das Hochland nämlich bereits wieder verlassen und sind in das Amazonas-Tiefland nach Misahuallí zu unserer Lodge am Napo-Fluss gefahren. Wir haben dort unter anderem eine wunderschöne Flussfahrt auf dem Napo gemacht und den ökologischen Zoo „Amazoonico” besucht. Die Philosophie dieser Institution ist ein wenig fragwürdig. Am Eingang stand ein kleiner Käfig mit einem Menschen drin. Uns wurde erläutert, dass es sich bei demselben um einen Volunteer handelt. Alle Mitarbeiter müssen regelmässig einen Tag in diesem Käfig verbringen, damit sie verstehen lernen, wie man sich als eingesperrtes Tier fühlt... Wenn die wirklich Tiere wieder auswildern wollen, sollten sie meines Erachtens lieber üben, wie man Käfige eliminiert. Der "Erfolg" spiegelt sich dann auch in der Auswilderungsqoute von 30 % wider. Den Menschen im Käfig haben sie übrigens erfolgreich wieder "ausgewildert". Während wir die (grösstenteils gestörten) Tiere im Zoo angeschaut haben, ist der nämlich aus dem Käfig gehechtet, als eine Kreuzotter aus dem Gebüsch direkt auf ihn zugesteuert ist. Zum Glück sass unser Guide noch dort und konnte das Arschlochtier mit einem Stock verscheuchen. Nicht auszudenken, was sonst passiert wäre. Gegen diese Viecher gibt es nämlich kein Gegengift. Unser Guide meinte nur lapidar, dass man das gebissene Körperteil halt hätte amputieren müssen.

Vom Dschungel ging es dann durch eine spektakuläre Landschaft weiter in Richtung Baños. Unterwegs stoppten wir beim Wasserfall Pailón del Diablo. Ein echtes Highlight von einem Mordswasserfall. Über schwindelerregende Hängebrücken und ein paar Stufen konnten wir direkt unter die Wassermassen absteigen und die Naturgewalt aus einem ungewohnten Winkel erleben. 

Am nächsten Tag wollten wir in Baños Reiten gehen. Rapha musste leider aussetzen, weil sie es seit der Ankunft in Quito mit dem Magen hatte. (Die Hälfte der Gruppe hat es im Amazonas übrigens auch mit Magen-Darm erwischt). Die Reittour wurde dann zur Tortur. Mein Gaul war voll der Asi. Es war schon fast fahrlässig, einem Anfänger so ein dämliches Pferd zu geben. Sogar der Guide (sein Name war Antonio Banderas...) hatte Mühe, dieses blöde Tier im Zaum zu halten. Und Gisela wurde von ihrem Pferd sogar gebissen....

Tags darauf fuhren wir weiter zum Chimborazo-Vulkan, wo wir eine Wanderung von rund 4'800 auf 5'050 m gemacht haben. Die Höhe war vor allem für Rapha heftig, lag sie doch am Vortag noch im Bett. Aber oben ankommen, waren die Strapazen gleich wieder vergessen.

Am 12. Tag stand die Fahrt mit der Riobamba-Andenbahn zur Teufelsnase auf dem Programm. Eine spektakuläre Fahrt, die es aber nicht ganz mit der Räthischen Bahn aufnehmen kann ;-) Vor der Zugfahrt hatten wir noch etwas Zeit, übe den Markt von Alausí zu schlendern. Der war ziemlich chaotisch, aber sehr farbenfroh und schön. Am späteren Nachmittag kamen wir dann in Ingapirca an, wo wir bei Regen und Wind die Inka-Ruinen besichtigten und uns dann im nahen Hotel aufzuwärmen versuchten. Gut, hat David Wärmeflaschen für uns besorgt! 

Und weiter ging's nach Cuenca. Eine schöne, koloniale Stadt mit Blumenmarkt, Kathedrale und quirliger Markthalle. Rapha hatte trotz einer Antibiotika-Kur immer noch den Toutsuiter. Das hat uns aber nicht daran gehindert, Meerschweinchen ("cuy") zu essen. Fazit: Die Viecher sind zu rein gar nichts zu gebrauchen. Wir haben uns dann aber doch entschlossen, die Sache mit der Verdauung untersuchen zu lassen. David hat uns dabei super unterstützt. Er hat uns zum Labor begleitet und die Ergebnisse direkt an seinen Onkel, der Arzt ist, weitergeleitet. Der Befund war eindeutig: Wir hatten Amöben aufgelesen. Das heisst, wir wurden von den beiden überflüssigsten Lebewesen auf diesem Planeten (Meerschweinchen und Amöben) bewohnt! Wir haben uns sofort mit den nötigen Medikamenten eingedeckt und die Parasiten gekillt. Am nächsten Tag war Rapha bereits wie ausgewechselt und dem Ausflug in den El Cajas-Nationalpark stand nichts mehr im Weg. Leider hat es auf der Wanderung mal wieder heftig geregnet und das letzte Stück war mehr Schlammschlacht als Fussmarsch. 

Vilcabamba, die letzte Station auf dem Festland, konnten wir bei bestem Wetter so richtig geniessen. Wir logierten in der Hostería Izhcayluma und machten eine wunderschöne Wanderung. Die Umgebung und die Anlage haben uns so gut gefallen, dass wir uns gut vorstellen können, später hier noch einmal vorbei zu kommen. Liegt ja auf dem Weg nach Peru.

Zuerst wollten wir aber noch auf die Galápagos Inseln. Eine lange Busfahrt führte uns von Vilcabama nach Guayaquil. Dort hiess es, von David und Wilson Abschied zu nehmen. Die beiden sind uns in den letzten Wochen richtig ans Herz gewachsen. David war nicht nur unglaublich kompetent, sondern auch ein herzensguter Mensch mit viel Humor. Und Wilson ist der aufmerksamste und beste Fahrer ever! Vielen Dank für alles!

Quito

Medellín, Kolumbien - 6. bis 15. April 2015

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Eigentlich wollten wir einen weiten Bogen um Medellín machen. Ihr wisst schon... Pablo, Drogen, böse und so. Schon krass, wie sehr Vorurteile unser Denken und Handeln steuern. Aber egal ob Traveller oder Einheimische: Alle haben von diesem Ort geschwärmt. Und weil die Flüge innerhalb von Kolumbien absolut günstig sind (Bogota – Medellín kostete CHF 20.00) haben wir unsere Pläne geändert und sind wider Erwarten doch noch hier gelandet.

Zum Glück! Medellín liegt auf einer Höhe von 1'538 m und erstreckt sich durch das ganze Aburra-Tal. Der Flughafen liegt etwas höher und ca. 30 Minuten ausserhalb der 3,5 Millionen-Metropole. Und so wurde bereits die nächtliche Fahrt vom Flughafen ins Lichtermeer der Stadt zu einem ersten Highlight.

Wir haben uns im trendigen Backpacker-Quartier Poblado im Maloka Hostel einquartiert. Am nächsten Tag haben wir das Quartier rund um den Parque Lleras erkundet und sind zum Schluss gekommen, dass wir gerne länger hier bleiben würden. Soviel zu den Vorurteilen. So haben wir beschlossen, dass wir Bogota und die Tatacoa Wüste (vorerst) nicht besuchen, und am 15. April direkt nach Quito (Ecuador) reisen wollen, wo wir dann Dorit und Jürgen treffen.

Wir konnten es also etwas ruhiger angehen lassen, zum Friseur bzw. Barbier gehen und endlich wieder einmal unseren Bürokram erledigen. Wir sind mit Blog schreiben und Foto-/Videomaterial ausmisten bzw. bearbeiten nämlich mächtig in Verzug geraten.

Am Mittwoch ging ich Rapha zu liebe mit ins Fussballstadion. Independiente Medellín hat die Patriotas aus was weiss ich wo empfangen. Medellín ist Leader der kolumbianischen Primera A. Wieso weiss ich nicht genau. Die haben über 90 Minuten kaum einen anständigen Angriff vorgetragen. Das Flügelspiel kennt man hier anscheinend nicht, und die 11 Alleinikovs wollten ständig durch die Mitte dribbeln. Unterhaltsam war es trotzdem. Der 50‘000 Personen fassende Kessel war gut gefüllt und auf den Rängen wurde der Fútbol wunderbar zelebriert. Independiente hat den Kracher übrigens mit 1:0 gewonnen; durch einen direkt verwandelten Freistoss.

Tags darauf gab es dann noch mehr Kultur. Wir haben einen Ausflug nach Peñol und Guatapé gemacht. Peñol wartete mit einer imposanten Kirche aus Stein auf. Und Guatapé ist ein sehr malerisches Dorf und berühmt für seine mit Fresken verzierten Häuser. Wir haben eine Bootstour auf dem Stausee gemacht. Dort haben wir uns mit zwei „Bogotanern“ angefreundet, die uns abgeraten haben, ihre Stadt zu besuchen. Wieder mal alles richtig gemacht! Das Highlight des Tages war aber der Besuch des Piedra del Peñon. Das ist ein 200 Meter hoher Granitmonolit, den man über eine 700 stufige Ziegeltreppe besteigen kann. Von oben hat man eine atemberaubende Aussicht über die Region und die Ausläufer des Stausees.

Am Freitag haben wir beschlossen, eine Citytour zu machen. Die Tour drohte sprichwörtlich ins Wasser zu fallen. Wir waren auf dem Weg zum Treffpunkt, als plötzlich sintflutartiger Regen und ein heftiger Hagelschauer einsetzten. Wir konnten uns gerade noch in einen Unterstand retten. Die Gewitterzellen haben sich aber zum Glück schnell wieder verzogen und die Tour konnte wie geplant durchgeführt werden. Pablo, der Guide, hat uns während der 4-stündigen Tour viele interessante Orte gezeigt und seine spannenden Informationen mit viel Enthusiasmus übermittelt. Er hat uns erzählt, wie der Drogenhandel den Krieg im Lande Mitte der achtziger Jahre verschärft hat (Verlagerung vom Land in die Städte / durch das Geld konnten moderne Waffen gekauft werden / es ging nicht mehr um Politik sondern um Business). Die Stadt ist seit dem Tod von Pablo Escobar in einem Transformationsprozess und hat dafür einen Preis als innovativste Stadt erhalten. Diese Wandlung wird symbolisch vorangetrieben indem Orte, die früher gefährlich waren, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Parque de las Luces ist dafür ein gutes Beispiel. Hunderte von Licht-Röhren (sehen aus wie Schwerter bei Star Wars) zeigen den Weg in eine strahlende Zukunft. Andere Plätze wurden in Bibliotheken oder Schulen umgewandelt.

Nachdem wir uns am Samstag wieder einen faulen Tag gegönnt haben (das Regenwetter hat uns dabei unterstützt), sind wir am Sonntag in die Berge gefahren. Von der Metro kann man direkt aus der Stadt mit einer Seilbahn den Parque Arví erreichen. In der Gondel haben wir Stefan aus Bern und seine kolumbianischen „Reiseführer“ Susana und Pilar kennen gelernt. Mit ihnen haben wir eine „Wanderung a la Columbiana“ gemacht, das heisst, die rund 2 Kilometer wurden in einer Gruppe mit 30 Personen inklusive Guide zurückgelegt. Danach haben wir uns von den Dreien getrennt, weil wir noch etwas seriöser weiter laufen wollten. Wie es der Zufall aber so will, haben wir uns bei der Rückfahrt wieder getroffen. Gemeinsam machten wir dann noch einen Ausflug in den Parque Explora und verabredeten, am nächsten Tag gemeinsam nach Santa Fé de Antioquia zu fahren. Den Tag haben wir mit einer traditionellen Bandeja Paisa abgerundet. Dieses Gericht ist eine Kalorienbombe bei der Reis, Mais (arepas), Kartoffeln, Hackfleisch, Spiegelei, Bohnen, Avocado, Bananen, Speck und ein wenig Salat auf einen Teller getürmt werden....

Santa Fé de Antioquia haben wir dann am Montag in rund zwei Stunden im überklimatisierten Bus erreicht. Der Ort ist eine der ältesten Siedlungen der Region. Wir haben die verschlafene Kolonialstadt erkundet, sehr lecker gegessen und uns anschliessend per Tuk Tuk (Mototaxi) zur Puente de Occidente, einer der ersten Hängebrücken in Amerika, chauffieren lassen. Vielen Dank Susana, Pilar und Stefan für die gemeinsamen Stunden. Es war toll, euch kennen gelernt zu haben.

Am Dienstag haben wir noch die wichtigsten Sachen für die nächsten Wochen eingekauft (Sonnencréme!) und Champions-League bei erneut heftigem Gewitter geschaut. Nun ist es leider bereits an der Zeit, um von Kolumbien Abschied zu nehmen. Ein Land, das uns von Anfang an gefesselt und begeistert hat. Hätten wir nicht eine Verabredung in Quito, würden wir wohl noch sehrsehr lange hier bleiben... 

frisch frisiert

Punta Gallinas, Kolumbien - 3. bis 5. April 2015

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Nachdem wir uns von Ana Maria und Mike verabschiedet hatten, machten wir uns auf den Weg nach Palomino. Die gut 40 km legten wir im überfüllten Kleinbus zurück uns genossen die überaus "gute" und vor allem sehr laute Musik... was für eine Wohltat nach den entspannend ruhigen Tagen. Haha, back to reality. Genau so ging's dann auch gleich weiter: in Palomino angekommen, stellten wir fest, dass der Strand zwar schön, im Vergleich zu Los Angeles aber sehr überfüllt und laut war. Naja, wir wollten ja eh nur eine Nacht bleiben. Sevi hat sich dann gleich als erstes zum Tubing auf dem Río Palomino aufgemacht. Derweil hab' ich mich mal wieder mit der Aussenwelt verbunden. Nach einem überteuerten und fettig-durchfrittierten Abendessen hauten wir uns in die Hängematte. Hier mal ein Dankeschön an meine Ohropax! Ohne die geht's ja wohl gar nicht!

Für Ostern hatten wir uns ganz was Feines ausgedacht: wir haben bei Expotur einen (sauteuren) Tripp nach Punta Gallinas gebucht. Punta Gallinas ist der nördlichste Punkt der Guajira-Halbinsel und der nördlichste Punkt des südamerikanischen Festlandes. Die Halbinsel liegt an der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela. Beiderseits der Grenze lebt das indigene Volk der Wayúu. Die Gegend ist heiss und trocken und Trinkwasser ist sehr knapp. Wir wollten also in die Wüste. So wurden wir am Karfreitag um 7.30 Uhr wie vereinbart in Palomino abgeholt. Mit im Bus sassen zwei junge kolumbianische Mädels. Im 100 km entfernten Riohacha gab's dann erst mal Frühstück. Mit den beiden Mädels sind wir nicht so richtig warm geworden.... die waren sehr wortkarg und eine der beiden hat so genuschelt, dass wir kein Wort verstanden haben. Ich glaube, sie hat Spanisch gesprochen... sicher bin ich mir da aber nicht.

Nach dem Frühstück haben wir dann unseren "Guide" kennengelernt: Jorge, Zahnspangenträger, etwas untersetzt und schätzungsweise noch keine 25 Jahre alt. Mit ihm hat der "Spass" auch gleich begonnen. Wir sind vom Kleinbus in einen klimatisierten Offroader (Toyota Hilux) umgestiegen. Super bequem und zu viert genügend Platz für die holprige Fahrt durch die Wüste. So weit, so gut. Als erstes sind wir dann gut 1 Stunde durch Riohacha gegurkt, um kiloweise Eis zu organisieren. Für was genau, war uns nicht klar. Das hat sich dann erst später herausgestellt...

Endlich machten wir uns auf in die Wüste. Schon die ersten km zeigten spektakuläre Landschaften: kaum aus Riohacha raus, ging es über sandige Pisten an der Ķüste entlang Richtung Cabo de la Vela. Kurze Zeit später trafen wir an den Salzbecken in Manaure ein, wo wir Halt machten. Laut Programm hätten wir hier ein paar spannende Informationen über die Salzgewinnung bekommen sollen. Jorge hatte aber nix dazu zu sagen. So mussten wir uns mit eigenen Fotos begnügen. Nach 10 Minuten setzten wir unsere Fahrt nach Uribia, der indigenen Hauptstadt Kolumbiens fort, wo Jorge dann erst mal Tanken und kistenweise Bier kaufen musste. Aha! Das vorher gekaufte Eis ist zum Bier kühlen gedacht! Alles klar. In Uribia trafen wir auf zwei weitere Gruppen und gemeinsam fuhren wir in rasantem Tempo weiter durch die offene Wüste mit Ziel Cabo de la Vela. Die Jungs drückten mächtig aufs Gas. Mitten im Nirgendwo machten wir dann kurz Halt, genossen die endlose Weite und ein kühles (venezuelanisches) Bier. Auch die Fahrer genehmigten sich eine Dose. Zu dem Zeitpunkt habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht...

Wir kamen in Cabo de la Vela an und erschraken erst mal. Mit so vielen Menschen hatten wir in der Wüste nicht gerechnet.... aber aufgrund der Osterwoche (Semana Santa) zieht der Ort vor allem Kolumbianer an, die hier ein paar Tage entspannen. Nach einem eher lieblosen Mittagessen bezogen wir unsere Schlafplätze: die traditionellen Hängematten der Wayúu ("Chinchorro") warteten auf uns. Wunderschön und mega bequem! Nach einer kurzen Siesta setzten wir uns wieder ins Fahrzeug und fuhren zum "Pilón de Azúcar", einem kleinen Hügel, von welchem wir eine herrliche Aussicht auf die Wüste und die Küste genossen. Leider waren auch hier sehr viele Menschen, die auf dem Weg und am Strand ihre Spuren hinterliessen.  Der wunderbare Ort glich einer Müllhalde... unser Fahrer hat derweil auf uns gewartet und sich die Wartezeit mit ein paar Bierchen verkürzt. Zum Abschluss bewunderten wir dann beim Leuchtturm mit geschätzten 1'000 anderen den Sonnenuntergang. Unser Fahrer war da bestimmt schon beim 5. Bier angelangt. Diesen Schluss zogen wir aus den leeren Bierdosen auf der Ladefläche.... nachweisen konnten wir ihm das allerdings nicht. Das Abendessen war genauso lieblos wie schon am Mittag und wir zogen uns früh in unsere Chinchorros zurück.

Nach einer geruhsamen Nacht und einem nicht erwähnenswerten Frühstück standen wir zu viert pünktlich um 7.00 beim Fahrzeug (oder was davon noch zu erkennen war). Die Fahrer waren nämlich gerade dabei, unseren Offroader in seine Einzelteile zu zerlegen. Diagnose: Sand im Tank. Diese Info und Infos über das geplante Vorgehen erhielten wir erst Stunden später und erst, nachdem wir angekündigt hatten, die Agentur anzurufen. Da alle drei Fahrer mit unserem Fahrzeug beschäftigt waren, ging es für alle Gruppen erstmal nicht weiter... Irgendwann so gegen Mittag konnten die Jungs das Problem beheben. Das musste natürlich gleich mit einem Bierchen begossen werden. Da uns somit ein paar Stunden fehlten, heizten wir anschliessend durch die Wüste und hatten für die Vormittags-Highlights keine Zeit mehr. Mitten auf offenem Feld geschah dann das Unvermeidbare: Wir blieben stehen! Zum Glück waren die anderen beiden Fahrzeuge noch in der Nähe und so wurden wir rund 80 km durch die Wüste abgeschleppt... das improvisierte Abschleppseil ist natürlich x-mal gerissen und wurde immer kürzer. Die Fahrt im heissen Auto dauerte ewig und ich machte mir schon mal Gedanken über die Rückfahrt. Unser Fahrer war nämlich nicht gewillt, uns seinen Plan B zu offenbaren (vermutlich, weil er keinen Plan B hatte). Er kippte sich lieber noch eins hinter die Binde.

Mit 3 Stunden Verspätung trafen wir dann endlich in Punta Gallinas ein, wo wir nach kurzer Schifffahrt durch wunderschöne Mangroven in unserer Unterkunft zu Mittag assen. Es war bereits nach 15 Uhr und es gab trockene Languste (gegen Aufpreis, versteht sich!) und Bier (auch für die selbsternannten Guides). Ich fragte mal nach, wie sie denn gedenken, das Fahrzeugproblem zu lösen und bekam nur ausweichende Antworten. Meine Anspannung stieg... da sich aber die Situation am Ende der Welt nicht ändern liess, beschlossen wir, uns nicht weiter aufzuregen und uns stattdessen den anderen Gruppen anzuschliessen. Wie Hühner auf'm Traktor wurden wir auf einen Anhänger geladen und durch die Wüste gekarrt. Die Gegend ist traumhaft schön und irgendwie surreal, und das Licht war spektakulär. So genossen wir den Leuchtturm, die Sanddünen, den Sonnenuntergang und bestaunten den Vollmond, der die Wüste in glitzerndes Licht tauchte. Das Abendessen war wider erwarten extrem lecker! Unsere Fahrer waren allesamt verschwunden. So konnten wir nicht nachfragen und gingen schlafen.

Auch die zweite Nacht verbrachten wir in den traditionellen Chinchorros. Herrlich! Das Frühstück stand auch schon für uns bereit. Nur von den Fahrern fehlte jede Spur. Wäre nett, wenn uns mal jemand INFORMIEREN würde! Keiner wusste was. Vermutlich seien sie dabei, das Fahrzeug zu reparieren.... vermutlich, vermutlich! Als um 10 Uhr immer noch keiner Bescheid wusste, hatte ich die Schnauze gestrichen voll und bin mal eben gepflegt ausgerastet! Nachdem ich den Saftladen in einem Mix aus Deutsch, Spanisch und Englisch kurz aber heftig zusammengeschrien hatte, kam endlich Bewegung in die Sache rein! Keine 30 Minuten später wurde uns nämlich ein Ersatzprogramm geboten. Am traumhaften Strand beruhigte ich mich schnell wieder. Und beim Mittagessen waren dann auch mal wieder unsere Fahrer anwesend! Einer hat sich dann auch tatsächlich für die Umstände entschuldigt und erklärt, dass die Ölpumpe defekt war und sie die Ersatzteile aus Uribia kommen lassen mussten...

Leider fehlte uns dann wieder viel Zeit und so hetzten wir die 250 km zurück nach Riohacha, stiegen da ohne uns zu verabschieden in einen Privatwagen und waren gegen 22 Uhr in Santa Marta. Nachdem wir eine Nacht drüber geschlafen hatten, kamen wir zum Schluss, dass unser Ausflug in die Wüste ein unvergessliches Erlebnis war und sich trotz den Umständen mehr als gelohnt hat. Trotzdem beschlossen wir, uns bei Expotur für das Verhalten des "Guides" zu beschweren und einen Teilbetrag zurückzuverlangen. Mal schauen, ob's was bringt...

Hängematten in Palomino

Playa Los Angeles, Kolumbien - 30. März bis 2. April 2015

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Auf zum Campen! Wenn man das mit Ana und Mike tut, spricht man auch von "Zelten deluxe". Als die beiden uns in El Zaíno aufgabelten, war der LandCruiser bis oben hin so voll, dass sich Mike hinten ins Fahrzeug reinlegen musste. Zur Playa Los Angeles war es zum Glück nicht mehr sehr weit: nach knapp 10 Minuten erreichten wir den Privatstrand. Der kleine, gepflegte Campingplatz liegt unter Palmen direkt am kilometerlangen, menschenleeren Strand. Ein Traum! Mike legte auch gleich los und montierte für uns ein riesiges Aussenzelt am Fahrzeug. Iglu war gestern, sag' ich euch! Sogar die Matratzen und das Bettzeug haben sie für uns aus Minca mitgebracht. Komfortabler geht nicht! Spontan entschlossen wir, 4 Tage zu bleiben und genossen Sonne, Meer, Essen und die Fruchtsäfte. Sevi hat in den 4 Tagen bestimmt 10 Guanabana-Säfte getrunken... Die Abende verbrachten wir beim Kartenspiel und erlebten Mike beim Wizzard in voller Aktion :-)

Liebe Ana, lieber Mike, wir genossen die Tage mit euch sehr. Ihr habt viel dazu beigetragen, dass wir Kolumbien so ins Herz geschlossen haben. Herzlichen Dank für eure Gastfreundschaft und bis bald, irgendwo, irgendwann.

Zufahrt zum Campingplatz

Tayrona Nationalpark, Kolumbien - 28. bis 30. März 2015

Eingepfercht zwischen Einheimischen, einer Schachtel voller kleiner Kücken und mit riesigen Reissäcken zwischen den Füssen fuhren wir im Kleinbus von Santa Marta in Richtung Tayrona Nationalpark. Wie schön, der Stadthitze zu entkommen!

Nach knapp einer Stunde Fahrt spuckte uns der Bus in El Zaíno am Parkeingang aus, wo wir zuerst einer Information beiwohnen mussten. Anschliessend durften wir den für kolumbianische Verhältnisse happigen Eintrittspreis von COP 39'500 pro Person (ca. CHF 15.--) bezahlen. Nachdem unser Gepäck nach Waffen, Alkohol und sonstigen Drogen abgesucht wurde, durften wir den Park dann endlich betreten. Erkenntnis des Tages: ein Swiss Army Knife gilt hier nicht als Waffe :-)

Die 5 km bis zum Strand schenkten wir uns, indem wir sie im Colectivo (hier: Minivan) zurücklegten. Dann machten wir uns zu Fuss auf, um an die wunderschönen Strände und kleinen Badebuchten zu gelangen. Nach knapp 2 Stunden erreichten wir die Bucht Cabo San Juan de la Guía, wo wir uns für die Nacht zwei Hängematten am Meer mieteten. Der Campingplatz samt sanitären Anlagen und Restaurant war jetzt nicht soooo der Hit. Dafür liegt er direkt an einer schönen Badebucht. An den meisten Stränden im Park herrscht nämlich Badeverbot, da das Meer hier sehr rauh ist und es lebensgefährliche Strömungen gibt. Zum Abendessen im einzigen Restaurant sind dann die Touris zusammengeströmt - die Essensausgabe erfolgte nach Nummern (wir hatten die 93....) und es ging zu und her wie in einer Kantine. Sevi und ich beschlossen, gleich am nächsten Tag ein ruhigeres Plätzchen zu suchen. Nach einer windigen und etwas frischen Nacht in der Hängematte machten wir uns auf den Rückweg. Wir hatten es nicht eilig und erkundeten die vielen schönen, teils menschenleeren Strände. Auf dem Weg begegneten wir mal wieder Emma, die wir in Cartagena kennengelernt und dann auf dem Treck zur Ciudad Perdida angetroffen hatten. Von ihr erfuhren wir, dass auch Meli im Park sei. Mit ihr waren wir in der gleichen Spanischklasse. Da wir Zeit hatten, suchten und fanden wir sie in ihrem Camp und tauschten kurz unsere Reisenews aus. Sie will noch vor Ostern mit dem Schiff von Cartagena nach Panama. War schön, dich wiederzusehen Meli. Wir wünschen dir eine gute Reise und weiterhin viel Spass in Panama!

Für die Übernachtung suchten wir uns dann zwei ruhige Hängematten und fanden diese in der Finca Don Pedro. Etwas vom Strand zurückversetzt, saubere und super schöne Anlage mit Palmen und Obstbäumen und leckerer Küche. Wunderbar.

Den dritten und letzten Tag im Park verbrachten wir dann mit einem gemütlichen Frühstück, spazierten anschliessend nochmal zu einem der Strände und machten uns langsam auf den Rückweg. Es war Montag in der Woche vor Ostern (semana santa), in der viele Kolumbianer frei haben. Der uns entgegenkommende Menschenstrom sprach für sich und wir waren froh, in entgegengesetzter Richtung unterwegs zu sein. Am Parkausgang warteten wir auf Ana und Mike und gemeinsam fuhren wir zum Campen.

Äffchen in den Bäumen

Santa Marta und Taganga, Kolumbien - 25. bis 28. März 2015

Da wir den Treck zur Ciudad Perdida in 5 statt der ursprünglich angedachten 6 Tage gemacht hatten, trafen wir bereits am Mittwoch gegen 17.00 Uhr in Santa Marta ein. Im Office von Expotour holten wir unser Gepäck und suchten uns rasch eine Unterkunft in der Nähe. 15 Minuten später konnten wir endlich Duschen, saubere Klamotten anziehen und uns quer in ein richtiges Bett legen - das Leben ist schön!

Eigentlich wollten wir nur eine Nacht in der Stadt bleiben und gleich an die Strände weiterziehen. Aber der riesige Berg an Wäsche und meine hartnäckige Erkältung veranlassten uns dazu, länger zu bleiben. So schalteten wir mal wieder einen Ruhetag am Pool ein und schlenderten am Abend ein wenig durch's Centro Histórico.

Tags darauf verabredeten wir uns mit Ana Maria. Sie hatte einige Dinge in der Stadt zu erledigen und holte uns gegen Mittag ab. So hatten wir am Vormittag noch Zeit für etwas Kultur und besuchten das Museo Tairona de Oro. Eine schöne Ausstellung. Und sehr interessant -  besonders der Teil über die Tayrona Indianer, von denen wir auf der Ciudad Perdida schon so viel gehört hatten. Gemeinsam mit Ana fuhren wir dann später in das 3 km entfernte Fischerdorf Taganga, wo wir am Strand zu Mittag assen. Ana ging anschliessend los, ihren Kaffee zu promoten und wir kühlten uns derweil schon mal im Meer etwas ab. Der Strand, der sich vorallem am Wochenende als Partyhochburg auszeichnet, war verhältnismässig ruhig und der Sonnenuntergang in der malerischen Bucht traumhaft schön.

Am Abend meldeten sich Ana und Mike und teilten uns mit, dass sie in der Osterwoche ein paar Tage an der Playa Los Angeles campen wollen und wir sie gerne begleiten können. Das passte wunderbar in unseren Zeitplan. Aber vorher wollten wir noch in den Tayrona Nationalpark. Wir liessen unsere grossen Rucksäcke wieder in Santa Marta zurück und machten uns am nächsten Morgen mit leichtem Gepäck auf in den Park.


Ciudad Perdida, Kolumbien - 21. bis 25. März 2015

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Im Büro von Expotur warteten noch drei andere Pärchen mit uns auf den Start. Krista und Aleksi aus - dreimal dürft ihr raten - Finnland, Rachel und Jeff aus den Staaten sowie Aadesh und Jonathan aus UK. Letzterer hat mit seinem trockenen, britischen Humor die Gruppe von Anfang an blendend unterhalten. Dann wurden wir auch schon von Diego, unserem Guide für die nächsten Tage, abgeholt. Wie wir den Forum-Beiträgen im Internet entnehmen konnten, erwartete uns eine anstrengende 5-tägige Trekkingtour zu der sagenumwobenen, verlorenen Stadt, der Ciudad Perdida, mitten im Dschungel der Sierra Nevada.

Per Offroader ging es in rund zwei Stunden zum Ausgangspunkt der Wanderung nach El Mamey. Beim Anstieg trat plötzlich Rauch aus der Kühlerhaube unseres Vehikels und wir sprangen alle aus dem Auto. Nach einer halben Stunde konnte der Schaden "behoben" werden. Was genau das Problem war, wusste keiner. Es hat halt einfach nicht mehr geraucht - und weiter ging's. In El Mamey gab es dann erst mal Mittagessen und wir konnten zusehen, wie die Maultiere mit unserem Proviant beladen wurden. In rund 4 Stunden sind wir dann zum Camp 1 gewandert. Der steile Aufstieg unter der gleisenden Sonne war heftig und wir freuten uns, dass im Camp kühles Bier gekauft werden konnte und dass wir uns in einem wunderschönen Natur-Pool des Rio Buritacas erfrischen konnten. Am Abend hat uns Diego noch von den 4 "Bonanzas" der Region erzählt. Während der ersten Boomzeit (1960-1980) wurde in der Region auf den Plattformen der Stadt Marihuana angebaut. Dann folgten Grabräuber und zu "guter" Letzt die Kokainproduktion. Alle diese 3 Blütezeiten haben die falschen Leute angezogen und führten zu blutigen Kriegen. Mit der vierten Bonanza, dem heutigen Öko-Tourismus, soll dieser Teufelskreis durchbrochen werden.

Tagwache am zweiten Tag war um 06.00 Uhr. In 7 Stunden ging's via Camp 2 (wo es Mittagessen und ein Bad im Fluss gab) zum Camp 3. Die Vegetation änderte sich am Nachmittag schlagartig und wir kämpften uns durch dichten Dschungel voran. Im Camp 3 war das Bier nicht mehr ganz so kühl und sauteuer (1 Dose ca. CHF 1.80 sapperlott). Auch hier konnten wir baden.


Am dritten Tag mussten wir nach einem Kilometer "nur" noch die ca. 1'000 ungleichmässigen Stufen zur Ciudad Perdida hochsteigen. Die Stufen zu erklimmen und dann die Ruinenstadt zu betreten war ein mystischer Moment. Die Stadt besteht aus etwa 200 ovalen und runden Terrassen, die teils durch steile, teils durch ebene Steinwege miteinander verbunden sind, wobei der Höhenunterschied der einzelnen Terrassen bis zu zwölf Meter beträgt. Der heute freigelegte Teil der alten Stadt liegt zwischen 900 und 1200 m über Meer. Wir hatten das Glück, als erste Gruppe anzukommen. Diego hat dann der amerikanischen Dauerbeschallung den Stecker gezogen, indem er die Gruppe gebeten hat, für ein paar Minuten die Augen zu schliessen und die Ruhe zu geniessen. Das war der beste Moment. Nur das Vogelgezwitscher, der Wind und tief im Tal das rauschen des Rio Buritaca. Wir hatten viel Zeit zum Besichtigen der Ruinen. Danach ging es zum Essen zurück ins Camp 3 und danach weiter zum Camp 2, wo wir wieder unsere Feldbetten bezogen.
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Am vierten Tag wurde es dann gemütlicher. Wir sind am Morgen zurück ins Camp 1 gewandert und haben uns vor Mittag von Rachel, Jeff, Jonathan und Aadesh verabschiedet, welche noch am selben Tag nach Santa Marta zurück sind. Wir konnten im herrlichen Pool des Rio Buritaca entspannen, eine Kaffeeplantage besichtigen und in der Hängematte ausruhen. Herrlich nach den Strapazen der vergangenen Tage. Für Rapha kam die Pause auch gelegen, da sie sich im kühleren Camp 3 wohl etwas erkältet hat und sich fiebrig fühlte. Damit ging es ihr immer noch besser, als den drei anderen aus unserer Gruppe, die voll den "Toutesuiter" hatten.

Am letzten Tag konnten wir bis acht Uhr ausschlafen und sind danach gemütlich nach El Mamey zurück gewandert, wo Fahrer und Essen schon auf uns gewartet haben.

Die Wanderung wird ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Wir hatten eine kleine Gruppe mit netten Leuten und einen super Guide und auch das Essen war abwechslungsreich und sehr lecker. Die Natur und die Ciudad Perdida waren einfach wunderschön und jeden Tropfen Schweiss wert.

Sierra Nevada de Santa Marta