Westliche Nordinsel, Neuseeland - 16. bis 20. Februar 2016

Nach einem gemütlichen Frühstück verabschiedeten wir uns von Mario, Céline und Danny. Bevor wir losfuhren, deckten wir uns in Hamilton mit allem ein, was wir für unseren ersten Great Walk benötigten. Und Furia bekam einen Ersatzschlüssel - sicher ist sicher.

Die Fahrt führte uns über Taupo am Seeufer entlang Richtung Turangi. Nach ca. 5 Stunden erreichten wir Whakapapa Village im Tongariro Nationalpark. Da angekommen, steuerten wir als erstes die  DOC-Informationsstelle (Department of Conservation) an, um uns über den Treck zu informieren. Wir hatten schon mitbekommen, dass die Wetterlage für die kommenden Tage etwas aus den Fugen geraten sollte... aber was uns das DOC dann erzählte, war sehr ernüchternd. Für die kommenden Tage wurden heftige Regenfälle und Sturmböen von über 100 km/h vorausgesagt! Nicht so witzig, wenn man auf eine Kraterwanderung will. Klar, wir könnten den Treck trotzdem starten.... auf eigenes Risiko halt. Wir waren etwas ratlos. Da diese mehrtägige Wanderung von Hütte zu Hütte vorgebucht werden muss, rechneten wir eigentlich nicht damit, dass sich die Tour so kurzfristig umbuchen liess. Aber wir hatten Glück! Die erste Hütte war zwar ausgebucht, aber wir konnten die einfach auslassen, den Treck damit von vier auf drei Tage verkürzen und vier Tage später als geplant starten. Dafür war auch die Wetterprognose wieder freundlicher. So stimmte das für uns. Da es schon später Nachmittag war, entschlossen wir uns, in Whakapapa zu bleiben und übernachteten auf dem Campingplatz des Holiday Parks.

In der Nacht setzte dann wie erwartet Regen ein und es hörte auch vorerst nicht wieder auf. Am Morgen kühlte es deutlich ab. Als wir losfuhren, war alles verhangen und wir sahen keine fünf Meter weit. Wir waren beide so froh, nicht auf der Wanderung zu sein! Als alternatives Schlechtwetter-Programm suchten wir uns Waitomo aus. Der winzige Ort liegt in der King Country Region südlich von Hamilton und ist für seine vielen Kalksteinhöhlen voller Glühwürmchen bekannt. Wir quartierten uns im gemütlichen Juno Hall Hostel ein, kochten etwas Leckeres und kämpften uns durch das riesige und leider enorm teure Tourenangebot. Wir waren uns schnell einig: Es sollte keine nasse Tour mit Tubing, Canyoning u.ä. werden. Bei dem vielen Regen war das Risiko ziemlich hoch, dass die Touren wegen zu hohem Wasserstand abgesagt werden müssen. Vielmehr interessierte uns die Abseiltour für 360 NZD = 240 CHF pro Person. Ein extrem teurer Spass... Willkommen in Neuseeland. Wir fanden zum Glück ein Last-Minute-Angebot im Internet und zahlten 30 % weniger! Deal!

Die Lost World Tour bestand aus 100 Meter Abseilen in eine Höhle runter, in die Höhle reinklettern, Glühwürmchen bestaunen und zum Schluss an einer 30 Meter langen Eisenleiter wieder aus der Höhle rausklettern. Da ich etwas Höhenanst habe und sowas noch nie zuvor gemacht hatte, bekam ich es dann mit der Angst zu tun. Kurz bevor es los ging, verliess mich beinahe der Mut und es kostete mich viel Überwindung, trotzdem mitzufahren. Aber die Organisation, der Guide und die Ausrüstung waren so professionell, dass ich mich zu keiner Zeit unsicher fühlte. Ich überwand meine aufsteigende Panik und genoss es sehr! Wir seilten uns in eine wundervoll grüne Schlucht ab, wo tief unter uns ein kleiner Fluss rauschte. Ein tolles Erlebnis. Und die vielen Glühwürmchen in der dunklen Höhle waren wunderschön anzuschauen.

Wir hatten noch zwei volle Tage, bis wir mit unserem Tongariro Treck starten sollten. Am nächsten Morgen regnete es nur noch vereinzelt und wir fuhren durch hügelige Landschaften, meist auf Schotterpisten von Waitomo rüber an die Westküste und an der Tasmanischen See runter nach New Plymouth. Dort nahmen wir den Surf Highway und fuhren auf der Taranaki-Halbinsel bis nach Ohawe, wo wir für die Nacht ein nettes Plätzchen auf dem Beach Camp fanden. Der wilde Küstenabschnitt mit dem schwarzen Sandstrand hat uns da besonders gut gefallen. Weiter ging es via Stratford über den Forgotten World Highway, eine wirklich vergessene, dreistündige Strecke durch schönstes Niemandsland.

Und schon waren wir wieder zurück in Whakapapa Village. Der kleine Ort empfing uns mit strahlendem Sonnenschein und einem herrlichen Blick auf die umliegenden Vulkane. Wir waren bereit und freuten uns auf den Tongariro Northern Circuit.

Abseiling

Northland, Neuseeland - 7. bis 15. Februar 2016

(Video)

Was gibt es Schöneres, als den Tag mit einem reichhaltigen veganischen Frühstücksbuffet zu starten? Richtig: Eier, Speck, Butter, Wurst undsoweiterundsofort. Aber egal. Nach Toast und von Hippie-Händen gekneteter Guacamole verabschiedeten wir uns von Tom und Päde. Danke Euch beiden für die tolle Zeit! 

Uns blieben rund 10 Tage bis zu unserer ersten grossen Wanderung im Tongariro Nationalpark. Bis dahin wollten wir das Gebiet nördlich von Auckland erkunden. Bei schlechtem Wetter fuhren wir mit dem Fernziel Cape Reinga los Richtung Norden. Wir liessen uns treiben und steuerten am frühen Nachmittag spontan zu den Kai Iwi Lakes. Kurz vor der Ankunft drückte die Sonne durch und die Seen glitzerten fast kitschig in karibischen Blautönen. Was für ein Anblick! Spontan entschieden wir uns, die erste Nacht «on the road» auf dem Campingplatz direkt am See zu verbringen. Die Anlage war sehr spartanisch ausgestattet. Es gab nur ein WC-/Dusch-Häuschen und es nieselte praktisch den ganzen Rest des Tages. So verkrochen wir uns schon früh in unser rollendes Schneckenhaus.

Am nächsten Tag wurden wir von der Sonne wach geküsst. Nach einem Workout und einem leckeren Frühstück bepackten wir unsere Furia Roja und hielten weiter gegen Norden. Die Gegend hier ist berühmt für die mächtigen Kauri Bäume. Von denen gibt es allerdings nicht mehr allzu viele, weil die Europäer in ihrer Profitgier fast alle abgeholzt haben. Im Trounson Kauri Park und im Waipoua Kauri Forest konnten wir uns einige dieser Baumriesen anschauen. Darunter auch den mächtigsten Kauri Baum Neuseelands «Tane Mahuta» mit einem Durchmesser von 6 Metern und einer Höhe von 18 Metern. Auf der ganzen Fahrt waren wir immer wieder «geflasht» von der Natur. Alle 20 Minuten wähnten wir uns in einem anderen Land. Mal sah es aus wie bei uns auf dem Bözberg oder im Emmental mit saftigen Weiden und Kühen, mal wie im karibischen Dschungel oder wie in Kanada. Endgültig die Sprache verschlagen hat es uns, als wir die Bucht von Hokianga Harbour mit ihren Sanddünen und Mangroven erblickten. Wir fanden in Rawene einen top Campingplatz, wo wir mit netten Leuten einen geselligen Abend verbrachten.

Weil wir am dritten Tag die Fähre um ein paar Minuten verpassten, entschieden wir uns, die Bucht zu umfahren. So landeten wir versehentlich im Wairere Boulders Park, der von einem Schweizer Pärchen geführt wird. Wir wollten uns eigentlich nur mal kurz über den Ort informieren, aber Rita hat uns gleich in Beschlag genommen und wir sind erst nach 40 Minuten zum ersten Mal zu Wort gekommen. Also haben wir uns den Park fast notgedrungen und für NZD 30 auch noch angeschaut. Durch das Umfahren der Bucht und den Parkbesuch haben wir viel Zeit verloren und uns wurde schnell klar, dass wir es nicht mehr bis nach Cape Reinga schaffen würden. Als nach dem Einkauf auch noch Regen einsetzte, steuerten wir in Houhora den Wagener Holiday Park an und verbrachten einen gemütlichen Abend im überdachten BBQ-Bereich.

Tags darauf strahlte die Sonne. Wir machten Halt bei Te Paki, um uns die wunderschönen Sanddünen anzuschauen, welche sich vor der Küste auf eine Höhe von 150 Meter auftürmen. Danach erreichten wir endlich Cape Reinga mit dem malerischen Leuchtturm. Die Touristen-Massen besuchen diesen Ort in einem 11-stündigen Tagesausflug von Bay of Islands aus und haben keine Zeit für die kurze Wanderung zum Te Werahi Beach. Glück für uns. Wir hatten den vielleicht schönsten Strand, den wir je gesehen haben, ganz für uns alleine. Auf dem Weg dorthin konnten wir direkt vor der Klippe zwei Walfische beobachten, wie sie sich ihren Weg vom Tasmanischen See in den Pazifischen Ozean bahnten. Der Wahnsinn! Völlig geflasht von diesem mystischen Ort machten wir uns auf zum Kapowairua Zeltplatz an der Spirits Bay. Auch dieser Platz war einfach nur wunderschön. Wir campierten nur wenige Meter vom Strand entfernt und wurden, weil es gerade so gepasst hat, noch mit einem bilderbuchmässigen Sonnenuntergang belohnt. Dass der Tag nicht perfekt war, lag an den folgenden drei Gründen:

  1. Dem zweistündigen Kampf mit einem Sandkorn in meinem Auge, den ich jämmerlich verlor.
  2. Dem ziemlich hohen Haufen Kuhscheisse, den ich am Nachmittag überfahren hatte und der nun unter dem gesamten Fahrzeugboden klebend seine Duftwolken absonderte, sobald Furia warm wurde....
  3. Den 50 Moskitos, die sich in der Nacht durch einen 5 cm grossen Fensterspalt in unser Fahrzeug geschlichen hatten und getötet werden mussten.

Auch der nächste Tag hatte wieder viel zu bieten. Wir genossen den Morgen am Haus-Strand und sind dann wieder zurück Richtung Süden gefahren. Mit dem Rarawa Beach besuchten wir einen weiteren menschenverlassenen Strand mit schneeweissem Sand und kristallklarem Wasser an der Pazifikküste. Ganz anders präsentierte sich die Küste am 90 Miles Beach auf der anderen Seite der Insel. Die Tasmanische See ist sehr viel rauer und der Strand entsprechend wild. Auf der Karikari Halbinsel fanden wir wieder einen tollen Campingplatz direkt am Strand (Maitai Bay Camping Ground). Nach dem Badeplausch versuchten wir uns als Heimwerker und modifizierten unser Auto. Als erstes fixierten wir einen Haken an der Klappschublade unter unserem Bett, damit wir diese nicht immer von Hand hochhalten müssen. Dann fixierten wir ein Moskitonetz beim Fenster, damit die Blutfresser uns wenigstens in der Nacht in Ruhe lassen und zu guter Letzt befestigte ich eine Halterung für die Action Cam. Wir sollten unser Auto im Anschluss an unsere Reise nach Europa verschiffen und damit die zahlreichen Tuning-Veranstaltungen aufsuchen. Damit wir auch diesen Tag nicht als perfekt abbuchen konnten, hatte Rapha die glorreiche Idee, sich aufs offene Sackmesser zu setzen. Sie hat sich dabei die Schere ziemlich wüst in den Hintern gerammt. Die Wunde konnten wir aber ganz gut selbst versorgen: Es sah zum Glück schlimmer aus, als es tatsächlich war.

Eigentlich wollten wir am nächsten Tag weiterfahren. Aber uns gefiel es so gut, dass wir noch einmal hier übernachteten. Wir genossen einen gemütlichen Tag am Strand und konnten die Erlebnisse der letzten Tage ein wenig sacken lassen. Mit unseren Nachbarn, einem Rentnerpärchen aus Affoltern a.A. verstanden wir uns prächtig und wir liessen den Tag bei einem gemeinsamen Apéro ausklingen.

Nach einem gemütlichen Morgen machten wir uns auf zu der Bay of Islands. Eines der Top-Highlights im Norden. Leider war die Wettervorhersage für die nächsten Tage schlecht und so entschlossen wir uns, auf eine teure Kreuzfahrt zu den Inseln zu verzichten. Wir machten stattdessen eine kleine Wanderung zu den Haruru Falls. Hier war wieder einmal der Weg das Ziel. Ein fantastischer Pfad schlängelte sich der Bucht entlang durch Wälder und Mangroven zu einem (mikrigen) Wasserfall. Den Rest der Zeit nutzten wir für organisatorische Sachen (Blog, Reiseplanung, Finanzen nachführen etc.) und zum Ausspannen in der Lobby. Wir hatten die letzten 7 Tage ja kein Internet. Einen Umstand, den wir sehr genossen. Auch hier auf dem Zeltplatz in Waitangi muss man sich 1 GB für 24 Stunden Wifi für fünf Dollar extra kaufen.

Am Montag haben wir uns in Hamilton mit Mario verabredet. Wir verliessen Northland und trafen Mario und seine Freunde Céline und Danny 360 km weiter südlich in einem Motel etwas ausserhalb der Stadt. Es wurde ein gemütlicher Abend mit viel Bier und guten Gesprächen. Danke Mario für die tolle Zeit auf dieser Seite der Erde. Du bist ein super Kerli und ich hoffe, der Reisevirus hat Dich so richtig gepackt :-)

Wollten joggen gehen, sieht nach Regen aus.

Auckland, Neuseeland - 27. Januar bis 6. Februar 2016

Wir verliessen Sydney am australischen Nationalfeiertag. Damit war uns dann auch klar, weshalb unser Flug relativ günstig zu haben war :-) Die vier Stunden von Sydney nach Auckland verliefen ruhig und entspannt. Zudem sorgte Anthony, unser australischer Sitznachbar, für nette Unterhaltung. Mit dem Sammeltaxi ging es dann einmal quer durch Auckland, was mit viel Verkehr ziemlich zeitintensiv war. Nach knapp zwei Stunden Fahrt erreichten wir Takapuna, einen Vorort im Norden von Auckland, wo wir für acht Nächte AirBnB gebucht hatten.

Das Haus von Bev liegt in einem ruhigen Wohnquartier direkt am Pupuke Lake und in unmittelbarer Nähe zum Strand von Takapuna Beach. Bev, die Hausherrin, wartete schon auf uns. Mit ihr ihre Mutter Avril und ihre Tochter Emma. Drei Generationen unter einem Dach! Wie sich im Laufe unseres Aufenthaltes herausstellte, ķönnten die drei Frauen unterschiedlicher nicht sein. Bev kam vor Jahren aus England herüber, ist sportlich sehr aktiv und ständig auf Achse. Sie spricht viel, dazu viel zu schnell in einem für uns völlig unverständlichen Englisch. Wenn ihr der Trubel im eigenen Haus zuviel wird, schläft sie im Garten in einem Zelt oder auch mal draussen auf dem See in ihrem Boot. Ihre Tochter Emma, 25 Jahre alt, ist Sängerin, Schauspielerin und ein Nachtschattengewächs. Bei schönem Wetter bleibt sie lieber daheim. Wenn sie mal Bock hat, kommunikativ zu sein, ist sie sehr nett. Da das Jobangebot in ihrer Branche in Neuseeland denkbar mager ist, kann sie es kaum erwarten, zurück nach England zu fliegen. Bev's Mutter Avril ist im Ruhestand und verbringt jeweils die Sommermonate in Neuseeland bzw. England. Sie ist die gute Seele im Haus, kümmert sich um den Haushalt oder sitzt im Wohnzimmersessel und geniesst die Sicht auf den See.

Uns standen zwei Fahrräder, Kayaks und Standup-Boards zur freien Verfügung. Wir fühlten uns wohl in dem liebenswürdigen Chaos, kochten viel, trieben Sport direkt am See und tauschten uns mit der Familie und den anderen Gästen aus.

Die Unterkunft diente uns aber in erster Linie als Basis, um in Auckland ein Fahrzeug zu kaufen. Wir hatten uns vorgängig schon im Internet erkundigt und wussten ungefähr, nach was wir suchen wollten. Etwas in der Art Toyota Estima oder Honda Odyssey sollte es sein, so umgebaut, dass man bequem darin übernachten kann und noch genug Platz fürs Gepäck vorhanden ist. Als erstes sondierten wir mal die aktuelle Marktlage für Gebrauchtwagen im Netz vor. Das brauchbare Angebot auf den Portalen schien uns etwas mager. So entschlossen wir uns, am folgenden Tag mit dem Bus in die Innenstadt zu fahren und in den Hostels nachzufragen. Ich war überrascht, wie hoch die Ausbeute war! In fünf Hostels lagen Ordner mit Verkaufsangeboten von anderen Reisenden vor, die vor der Heimreise ihre Fahrzeuge wieder loswerden wollten. Wir kamen mit 15 Inseraten nach Hause und kontaktierten alle. Wir mussten eine Excel-Liste entwickeln, um den Überblick nicht zu verlieren. Bei einigen Fahrzeugen stellte sich relativ schnell heraus, dass sie für uns nicht in Frage kommen. Vor allem dann nicht, wenn die WOF Zulassung (Warrant of Fitness) nicht genug lange gültig war. Diese Prüfung muss bei alten Fahrzeugen alle sechs Monate gemacht werden und wir hatten keine Lust, in den kommenden drei Monaten eine solche vornehmen lassen zu müssen und dabei teure Reparaturen zu riskieren. Wir hatten uns ein Budget von maximal NZD 4'000 = ca. CHF 2'700 gesetzt. In dieser Preisklasse sind die Fahrzeuge alle älter als 20 Jahre und in höchst unterschiedlichem Zustand. Das stellten wir dann auch an der Fahrzeugmesse fest. Da sind zwei Wagen in die engere Auswahl gekommen, wir konnten uns aber nicht gleich vor Ort einigen. Die folgenden Tage bestanden darin, Termine zu vereinbaren und Fahrzeuge Probe zu fahren. Bev hat uns eine zuverlässige Garage empfohlen. Da sind wir zweimal mit einem vielversprechenden Auto hin. Der Check war dann sehr ernüchternd: Beide Male fand der Mechaniker neben runtergefahrenen Reifen und etwas Oelverlust auch schwerwiegende Mängel wie instabile Lenkung und defekte Bremsen. Kosten und Risiken, die wir nicht tragen wollten. Also ging die Suche von vorne los und ich wurde bereits ungeduldig.

Der Besuch von Mario war da eine willkommene Abwechslung. Mario verbrachte drei Wochen in Neuseeland und startete seine Rundreise in Auckland. Wir konnten ihn für seine ersten zwei Nächte ebenfalls bei Bev einquartieren, assen Riesenburger bei BurgerFuel, fuhren gemeinsam mit der Fähre von Devonport nach Auckland ins Zentrum, besuchten da den Sky Tower und gingen auf Pub-Tour. Nachdem Sevi und Mario sich noch beim Standup-Paddeln duelliert hatten, fuhr Mario mit seinem tollen Mietwagen davon und wir hatten immer noch keinen fahrbaren Untersatz.

Ich hatte die Schnauze jetzt schon gestrichen voll und ich strapazierte Sevi's Nerven. Das ging mir viel zu langsam und war mir viel zu umständlich.... mir fehlte es mal wieder komplett an Geduld. Beim Abchecken der Mietwagenpreise war aber sofort klar, dass wir uns eine Miete schlichtweg nicht leisten können. Also Schluss mit dem Theater und weiter mit der Suche! Dafür mussten wir aber erst noch unseren Aufenthalt in Auckland verlängern. Leider war Bev bereits ausgebucht und wir mussten die Unterkunft wechseln. Meine Nerven!! Zum Glück fanden wir ein anderes bezahlbares AirBnB in Takapuna. Mitten im Zentrum, keine 100 m zum Strand, und Hani und seine Freundin waren sehr nett.

Nach gefühlten 100 Fahrzeugen und acht Testfahrten sah es dann aber ganz nach einem Volltreffer aus. Die Spanier Jorge und Marina kamen mit ihrem Honda Odyssey 1997 bei uns vorbei. Sie hatten den Wagen erst vor drei Wochen gekauft und waren die ersten, die ihn als "Backpacker-/Campervan" benutzt hatten. Der Wagen hatte "erst" 150'000 km auf dem Tacho - vergleichbare Modelle hatten 250'000 km und mehr auf dem Buckel. Er fuhr sich sehr angenehm und machte keinerlei scheppernden, quitschenden oder surrenden Geräusche. Der Bettaufbau war ideal und bequem mit viel Stauraum darunter und ein Dachfenster fürs Sterne gucken gab's obendrauf. Das Pärchen verkaufte zudem ihre gesamte Campingausrüstung wie Tisch, Stühle, Gasgrill, Geschirr etc. gleich mit. Wir hofften sehr, dass die Garage keine gravierenden Mängel feststellen würde und hatten tatsächlich Glück! Der Mechaniker gab uns ein possitives Feedback. Die Umschreibung erfolgte gleich am nächsten Tag und wir hatten für NZD 3'800 ein komplett ausgerüstetes Fahrzeug! Wir waren total happy. Es versteht sich von selbst, dass wir den Deal gebührend mit Bier begossen.

Am nächsten Tag packten wir unser Zeug in den Honda und staunten nicht schlecht, wie gut da alles reinpasst. Klar, dass unser Auto einen Namen braucht. Einer spontanen Eingebung von Sevi folgend heisst unser Gefährt jetzt Furia Roja :-)))

Furia, Sevi und ich waren startklar. Bevor wir aber Auckland verlassen konnten, fuhren wir einmal quer durch die Stadt in den südlichen Teil, um da Tom und Päde zu treffen. Die beiden waren für fünf Wochen zum Biken in Neuseeland und wir freuten uns, die beiden noch zu sehen, bevor sie in die Schweiz zurück flogen. Tom und Päde hatten sich im "Fat Cat Backpackers" einquartiert und wir konnten da für NZD 40 in unserem Fahrzeug übernachten; Frühstück und Abendessen inbegriffen, was wir fair fanden. Als wir ankamen, fanden wir uns in einem Hippie-Mekka wieder. Alles sehr alternativ und äusserst naturverbunden. Und obendrauf auch noch schmuddelig. Zudem stellte sich heraus, dass sich da alle strickt vegan ernähren und Alkohol tabu ist.... so mussten Tom, Päde, Sevi und ich das (zum Glück!) selbst mitgebrachte Bier versteckt hinter unseren Autos heimlich trinken... Nach dem Abendessen (es gab Gemüsebrühe, 3 Kartoffeln und zwei vegane Gabeln Blattsalat) hatten wir solchen Kohldampf, dass wir uns entschlossen, irgendwo was Richtiges essen zu gehen. Nun ist das Hippie-Dorf extrem abgelegen und wegen dem Bier durfte von uns keiner mehr fahren. Also sind wir zu Fuss zum nächsten Bahnhof gelaufen, da in den Zug rein, eine Station weiter wieder ausgestiegen. Dort hielten wir Ausschau nach einem Restaurant. Das einzige was wir bekamen war dann Take away beim Chinesen.... tja, wir sind zumindest satt geworden bei dieser Spontanaktion und hatten was zu lachen.

Sevi und ich verbrachten dann unsere erste Nacht im Honda und schliefen erstaunlich gut. Nach einem (veganen?) Frühstück verabschiedeten wir uns von Tom und Päde und verliessen Auckland in Richtung Northland. Endlich!

Sky-City

Sydney, Australien - 19. bis 26. Januar 2016

(Video)

Wir kamen pünktlich gegen elf Uhr morgens bei strahlend blauem Himmel in Sydney an. Da unser AirBnB-Gastgeber gerade arbeitete, tragen wir ihn zuerst in der Stadt, um die Schlüssel für unser Zimmer in Empfang zu nehmen. Mit dem Zug fuhren wir zum Circular Quay und warteten da in einem Restaurant auf Stu. Alles lief sehr relaxed und unkompliziert ab. Er hat uns noch kurz den Weg zu seinem Appartement beschrieben und weg war er schon wieder. Unsere Unterkunft liegt in Manly, nahe des berühmten Strandes. Um dorthin zu gelangen, mussten wir die Fähre nehmen. Dabei genossen wir die atemberaubende Sicht auf das Opera House, die Harbour Bridge und die eindrückliche Sky-Line von Sydney.

Nach einer 20-minütigen Bootsfahrt und einem kurzen Spaziergang dem Strand entlang waren wir auch schon in unserem neuen Zuhause angelangt. Erst jetzt merkten wir, wie müde wir waren. Wir wollten uns nur kurz etwas hinlegen (es war 15 Uhr), wachten aber erst am nächsten Morgen mit einem Mordshunger wieder auf. Eine schlechte Voraussetzung, um unsere Vorsätze (gesündere Ernährung und mehr Sport) in die Tat umzusetzen. Ich bin dann ohne Rapha (die war schon zu hangry) in den Supermarkt (Aldi!!) gestürchelt und hab uns mal alles gekauft, was gesund ausgesehen hat. Zum Frühstück gab's ein leckeres Rührei. Wegen der Reduktion der Kohlenhydrate, dem heissen Wetter und dem Jetlag fehlte es uns in den ersten Tagen etwas an Energie, um die Stadt zu erkunden. Wir begnügten uns mit kurzen Spaziergängen an den vielen schönen Stränden von Manly, machten morgens Sport auf der Dachterrasse und kochten wahnsinnig gute Sachen. Unser Gastgeber Stu war kaum zuhause und so hatten wir das wunderschöne Appartement meistens ganz für uns alleine.

Nach ein paar Tagen kamen wir langsam mit den neuen Gegebenheiten klar. Es blieb noch genug Zeit, um uns die Stadt anzuschauen. Wir schlenderten durch den Botanischen Garten, bestaunten die riesigen Kreuzfahrtschiffe bei «The Rocks», besuchten Darling Harbour und China Town und gönnten uns ein, zwei Bier in Kings Cross. Leider hat es nicht mehr geklappt, zwei alte Freunde zu treffen, die hier wohnen. Aber wir kommen ja in drei Monaten wieder. Sydney hat uns gut gefallen. Es geht hier alles sehr relaxed zu und her und die Leute sind viel weniger hektisch und gestresst als in vielen Gross-Städten in unseren Breitengraden. Wir freuen uns jetzt schon, hierhin zurück zu kehren.

imposante Skyline am Circular Quay

Bangkok, Thailand - 14. bis 18. Januar 2016

Und da war es schon wieder Zeit, aufzubrechen! Wir freuten uns auf das quirrlige Bangkok. Mit British Airways ging es zuerst nach London. Der Weiterflug verspätete sich dann allerdings um 5 Stunden, da unsere Maschine aus technischen Gründen ausgewechselt werden musste... langsam gewöhnen wir uns dran...

Sevi's Eltern schenkten uns zwei Nächte im Siam@Siam Boutique Hotel Bangkok, was normalerweise nicht in unserem Langzeit-Reisebudget liegt. Wow, war das Zimmer schön! Und die Aussicht auf das National Stadium erst! Als wir um die Mittagszeit im Hotel ankamen, wollten wir uns eigentlich nur kurz hinlegen, fielen aber beide in einen komatösen Schlaf. Wir sind gar nicht mehr richtig wach geworden und haben uns abends lediglich eine Kleinigkeit zu Essen aufs Zimmer bestellt. Dafür waren wir um 5 Uhr in der früh beide hellwach. Und weil wir uns eh vorgenommen hatten, wieder was für unsere körperliche Fitness zu tun, standen wir bereits um 6 Uhr im hoteleigenen Fitnessraum. Die Bewegung tat gut - und das reichhaltige Frühstücksbuffet hatten wir uns auch gleich dazuverdient. Den restlichen Tag verbrachten wir im Infinity Pool und gönnten uns eine klassische Thai-Massage. Wenn schon, denn schon!

Am Abend trafen wir uns mit Corinne, Marco und ihren Drillingen Lili, Emma und Carlos zum Essen in einer Strassenküche. Wir wussten bereits vorher, dass die Familie Urlaub in Thailand macht und wir uns zur gleichen Zeit in Bangkok aufhalten. Toll, hat das mit dem Treffen geklappt! Wir staunten nicht schlecht, wie gut die Kleinen mit der Stadt, dem Klima und dem Essen zurecht kamen! Als krönender Abschluss gönnten Sevi und ich uns noch einen (überteuerten) Drink auf der Dachterrasse unseres Hotels und genossen die Sicht auf die Stadt.

Leider waren wir am nächsten Morgen wieder so früh wach. Jetlag lässt grüssen! Wir nutzten die Gelegenheit, statteten dem Fitnessraum und dem Pool einen frühmorgendlichen Besuch ab und genossen den ruhigen Vormittag. Dann mussten wir auch schon wieder auschecken und zum Flughafen Dong Mueang fahren, von wo unser Weiterflug über Kuala Lumpur nach Sydney startete. Soweit klappte alles wunderbar, wir fanden uns zurecht und standen gutgelaunt am Check-in, als uns die zierliche, junge Dame am Schalter mitteilte, dass sie uns leider heute nicht in den Flieger nach Australien einsteigen lassen kann.... Grund dafür war das fehlende Visum, dass wir vergessen hatten zu beantragen.... wie peinlich! Da wir früh genug am Flughafen waren, beantragten wir das Visum gleich sofort online - aber die Bearbeitung eines Antrages kann 24 Stunden dauern. So mussten wir, als klar wurde, dass wir den Flug verpassen würden, uns auf einen Plan B einstellen. Also informierten wir unsere Unterkunft in Sydney und fanden gleich ein günstiges Hotel in der Nähe des Flughafens, wo wir uns für die Nacht einquartierten. Wir hatten ein riesiges Zimmer, es gab super leckeres Essen und wir genossen den zusätzlichen Abend in Bangkok.

Zum Frühstück war dann auch unser australisches Visum da. Juhui! Also los zum Flughafen, Flug umbuchen und abfliegen. Soweit unser Plan. Die nette Dame am Schalter hatte uns nämlich am Vortrag versichert, das ginge problemlos, wir müssten lediglich eine Bearbeitungsgebühr bezahlen. Supi. Als wir dann erneut am Schalter von Air Asia standen, war das Mädel nicht mehr dasselbe und wir mussten unsere Geschichte von vorne erzählen. Die Dame wollte dann den vollen Differenzbetrag haben. Als wir nämlich im letzten Herbst diesen Flug buchten, war das ein super Schnäppchen und der aktuelle Preis für die Strecke Bangkok - Sydney belief sich aktuell auf das Dreifache! Konkret wollten Air Asia von uns zusätzliche USD 1'500 kassieren! Dann kam noch dazu, dass sie an diesem Tag gar nicht flogen... will heissen, nochmal eine Nacht Bangkok. Wir waren erst mal schockiert, liessen aber nicht locker. Nach ca. 1 Stunde hin und her wurde der Supervisor hinzugezogen und kurze Zeit später erhielten wir neue Tickets für den folgenden Tag für USD 200! Wir bezahlten also nur die sogenannten Umtriebskosten und waren total happy über soviel Glück im Unglück.

Wir entschlossen uns, die nun hoffentlich wirklich letzte Nacht im Zentrum von Bangkok zu verbringen. Wir fanden eine günstige und gute Unterkunft an der Ram Buttri Road und verbrachten dann den Abend an der Khaosan Road. Länger würden wir das da auch gar nicht aushalten - zu touristisch. Am nächsten Morgen frühstückten wir gemütlich und fuhren (zum Dritten mal innert 3 Tagen) zum Dong Mueang Flughafen. Australien, wir kommen (jetzt)!

Air Asia, die Holzklasse unter den Airlines, empfing uns mit einer der ältesten Maschine ihrer Flotte. Bis nach Kuala Lumpur ging das ja gerade noch. Aber die 8 Stunden von Kuala Lumpur nach Sydney sassen wir eingepfercht in Sitzen, die auf kleine Asiaten zugeschnitten sind - und selbst die haben kaum Platz. Bildschirme gab es keine und somit keinerlei Unterhaltungsprogramm. Das Essen war schlicht ungeniessbar und die Getränke nicht im Flugpreis inbegriffen. Augen zu und durch! An Schlaf war leider nicht zu denken - unter solchen Bedingungen hilft nicht mal mehr Dormicum! Aber wir wollen hier nicht meckern - schliesslich war - und blieb - dies ein Budgetflug :-)

Bangkok

Home Sweet Home, Schweiz - 17. Dezember 2015 bis 13. Januar 2016

Als wir für unseren Rückflug in Rio einchecken wollten, war der Schalter von Iberia nicht geöffnet und die Menschenschlange bereits riesig. Zum Glück hatten wir online eingecheckt und konnten uns deshalb beim Priority Desk einreihen. Aber auch hier ging es nicht vorwärts. Irgendwann sickerte durch, dass unser Flug ausfallen würde. Eine offizielle Information gab es aber nicht. Wenigstens wurden jetzt die Schalter besetzt und die Passagiere manuell abgefertigt. Weil immer noch nicht informiert wurde, flippten einige Personen komplett aus und wären wohl handgreiflich geworden, wenn nicht das Sicherheitspersonal noch rechtzeitig eingeschritten wäre. Nach elend langer Wartezeit konnten wir den armen Iberia-Mitarbeiter am Schalter überzeugen, uns auf den Flug von British Airways via London umzubuchen. Wir hatten grosses Glück und sollten schlussendlich nur 5 Minuten später als ursprünglich geplant in Zürich landen. Nachdem wir das ganze Check-In Prozedere hinter uns gebracht hatten, fanden wir am Gate endlich Zeit, unsere Familien über die Änderungen via WhatsApp zu informieren. Fix und fertig setzten wir uns ins Flugzeug. In London Heathrow realisierten wir, dass der ausgefallene Flug in der Schweiz registriert worden ist, unsere WhatsApp-Nachrichten aber offensichtlich nicht angekommen sind. In diversen Chats wurde geschrieben, dass wir wohl nicht wie geplant in Zürich eintreffen werden. Wie wir nachträglich mitbekamen, wurde just an jenem Abend in Brasilien ein WhatsApp-Streik durchgeführt. Weil Andy (er flog etwas früher als wir über Porto) unsere Nachrichten in Rio noch erhalten hatte und er auch in einem der Chats dabei war, konnte er die Situation zum Glück rechtzeitig klären. So konnten wir uns nach all dem Chaos doch noch über einen tollen Empfang am Flughafen Kloten freuen. Es war fantastisch, so viele Familienmitglieder und Freunde nach so langer Zeit wieder zu sehen. Vielen herzlichen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt! Wir haben uns wahnsinnig darüber gefreut.

Nach einem Apéro am Flughafen mit Champagner und Mandelgipfeli (vielen Dank dafür Mammi!), sind wir dann mit unserem Chauffeur Poletti zu meinen Eltern gefahren. Hier quartierten wir uns für die nächsten Wochen ein. Allerdings hielt es uns nicht lange dort. Bereits am nächsten Tag wollten wir unsere Freunde treffen, um unser Wiedersehen zu feiern. Rapha organisierte einen Mädels-Abend in Baden mit leckerem Fondue und ich konnte einen feuchtfröhlichen Abend in meiner geliebten Hallte mit vielen Freunden geniessen. Tags darauf fuhr Rapha in die Innerschweiz, wo sie einige Tage mit Familie, Freunden und ihrem Göttibueb Matteo verbrachte. Ich fuhr nach Flims zu Tom’s Geburtstag. Nach zwei Partys in den ersten zwei Tagen war ich danach erst einmal fix und fertig. Ich genoss ein paar geruhsame Tage mit meinem Vater (Mammi war in Dresden). Es folgten die Weihnachtsfeiern mit meiner Familie in Brugg, bei Rapha’s Familie in Altdorf und tags darauf in Sissach. Dabei lernten wir auch viele neue Menschen kennen. Es war nämlich ein sehr kinderreiches Jahr und wir sahen die kleine Mila, den kleinen Dan und den noch kleineren Luca zum ersten Mal. Auch den Nachwuchs von Maasssarahti (vielen Dank für den super Brunch) und Don Miguel (dem liefen wir zufällig in Zürich über den Weg) lernten wir in den folgenden Tagen kennen.

Auch in den Tagen nach Weihnachten platzte unsere Agenda aus allen Nähten. Rapha blieb noch ein paar Tage in Sissach und ich freute mich auf das traditionelle Raclette-Essen in der Halle. Zwischendurch machten wir noch die letzten Einkäufe - diverse Ausrüstungsgegenstände mussten dringend ersetzt werden – und erledigten Bürokram (Steuern, Blog, Rechnungen, Videos und Fotos ausmisten…). Am Silvester waren wir bei Tami und Dome eingeladen. Wir genossen einen gemütlichen Abend bei leckerem libanesischem Essen und gingen anschliessend nach Baden wo wir Ruth, Schlatti, Flo und Mario pünktlich zum Korken-Knall trafen. Anschliessend besuchten wir noch ein Konzert im altehrwürdigen Royal. Dort sah ich Mättu, die Hurricanes-Goalie-Legende, zum ersten Mal seit Jahren wieder. Zufällig war sein Bruder Silvan auch da. Der wohnt nämlich unterdessen in Sydney und wir werden ihn in ein paar Wochen dort besuchen. Zufälle gibt’s!

Nach Silvester wurde es dann endlich etwas ruhiger. Rapha machte sich erneut auf, ihre Familienangehörigen in der ganzen Schweiz zu besuchen. Vorher kontrollierte sie noch die Jahresabschlüsse für den weltgeilsten Verein «Mini-Z Racing Team Switzerland» und schrieb den Revisionsbericht. Derweil hielten wir die jährliche GV ab und ich organisierte mit Gesi zusammen die Geburi-Sause für Samstag. Wir liessen uns wieder mal nicht lumpen und kauften Alk in rohen Mengen zusammen. Die mittlerweile legendäre Party war wieder einmal ein voller Erfolg und wir feierten bis in die frühen Morgenstunden. Auch hier ein herzliches Dankeschön an alle die dabei waren.

Es folgten noch drei Abschiedsessen in Folge. Am Sonntag mit Tami und Poletti im roten Haus, am Montag bei Käthi und Fabi beim leckersten Tischgrill, den wir je hatten und am Dienstag mit meiner Familie im Gotthard. Dann hiess es bereits wieder Abschied nehmen. Die Zeit verging wie im Flug und wir genossen es sehr, so viele von euch endlich wieder zu sehen. Danke für die Zeit und die Gespräche!

Wie es war, "Urlaub" zu Hause zu verbringen? Total schräg! Wir hatten beide das Gefühl, gar nie weg gewesen zu sein. Das hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt, aber es spricht für die Freundschaft, wenn man nach so langer Zeit, praktisch nahtlos wieder ansetzen kann. Man kann sich auch vorstellen, dass uns bei diesem Monsterprogramm schlicht die Zeit gefehlt hat, um das Erlebte zu verarbeiten. Daneben war es auch einfach super entspannend, mal keine neuen Eindrücke verarbeiten zu müssen. Wir konnten unsere Batterien vollständig aufladen und freuen uns nun auf neue Eindrücke und komplett andere Kulturen auf der anderen Seite der Erde. Neben Familie und Freunden haben wir vor allem die lokale Küche vermisst. Hier haben wir in den letzten Wochen praktisch nichts ausgelassen (es gab: Gschwällti mit Chäs, Wurst- und Käsesalat, Fleischvogel, Bals Kebab, Fondue, Raclette, Cervelat, Cordon-Bleu, Brätchögeli mit Herdöpfelstock, Zopf, Gipfeli…)

Unseren Eltern danken wir von ganzem Herzen für Ihre Unterstützung. Ohne Euch wäre dieses Abenteuer nicht möglich. Es war schön, so viel Zeit mit euch zu verbringen und ihr habt uns unglaublich gut verköstigt. Wir freuen uns schon auf nächsten Sommer. Aber jetzt geht es zuerst einmal weiter nach Bangkok.

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Put Some Music in Your Ears

Die erste Etappe unserer grossen Reise ist zu Ende. Wir haben viele tolle Eindrücke mit nach Hause genommen, welche wir laufend auf Fotos und Videos dokumentierten. Was aus Spass angefangen hatte, wurde immer mehr zur Obsession. Kein Ausflug, auf dem die kleine Action-Cam nicht mit im Gepäck war. Das Tolle an diesem neuen Hobby ist, dass man beim Zusammenschneiden der vielen Videoschnipsel das Erlebte noch einmal Revue passieren lassen kann. Bei all diesen Erlebnissen vergisst man sonst vieles wieder. So sind innerhalb von elf Monaten unglaubliche 39 kurze Videos entstanden, die wir auf diesem Blog verlinkt haben. Alles in Super-Slow-Motion gefilmt, was auch unserem Reisetempo entsprach. Obwohl wir rückwirkend denken, dass das Jahr wie im Flug vergangen ist...

Die Videos wurden alle mit Musik unterlegt und wir haben uns gedacht, dass sich daraus eine tolle Playlist zusammenstellen lässt. Unten sind sämtliche Titel aufgeführt und die Playlist auf Spotify sowie der Link zu den Filmen sind permanent auf der rechten Seite des Blogs verlinkt (nur in der Web-Version sichtbar).

Viel Spass!


Put some Music in your ears - Sevi Bolliger
Playlist auf Spotify
Bildergebnis für dailymotion
Alle Videos auf Dailymotion
                         















001 Valparaíso 
       Where is my mind? / Pixies / Surfer Rosa
002 Puerto Varas
       The Middle / Jimmy Eat World / Bleed American
003 Chiloé
       Intervention / Arcade Fire / Neon Bible
004 El Calafate
       Wake Up / Arcade Fire / Funeral
005 El Chaltén
       Matroshka / Dredg / Catch Without Arms
006 Ushuaia
       Transatlanticism / Death Cab for Cutie / Transatlanticism
007 Hacia el Norte
       Silent / Archive / With us Until You're Dead
008 Cartagena
       Mondo Bongo / Joe Strummer & The Mescaleros / Global Agogo
009 Minca
       Such Great Heights / The Postal Service / Give Up
010 Ciudad Perdida
       Dirty Paws / Of Monsters and Men / My Head is an Animal
011 Caribe
       Run to the Water / Live / The Distance to Here
012 Punta Gallinas
       Hard Sun / Eddie Vedder / Hard Sun
013 Medellín
       Tonight, Tonight / The Smashing Pumpkins / Mellon Collie and the Infinite Sadness
014 Ecuador
       Rebellion (Lies) / Arcade Fire / Funeral
015 Galápagos
       Hymn of the big Wheel / Massive Attack / Blue Lines
016 Guayaquil & Vilcabamba
       Grizzly Bear / Angus & Julia Stone / Angus & Julia Stone
017 Chachapoyas
       Everybody's on the run / Noel Gallaghers High Flying Birds / Everybody's on the run
018 Pacaya Samiria
       The Trees / Pulp / We love Live
019 Iquitos
       Karma Police / Radiohead / Ok Computer
020 Huaraz
       Free Your Mind (Sixties Version) / Admiral James T. / By Popular Request
021 Ica
       Property Lines / Dusted / Total Dust
022 Arequipa
       We're Here / The Guillemots / Through the Window Pane
023 Machu Picchu
       Hoppípolla / Sigur Rós / Takk
024 Cusco
       So Easy / Röyksopp / Melody A.M.
025 Lago Titicaca
       A Glorious Day / Embrace / A Glorious Day -> nicht auf Spotify verfügbar
026. Ride & River
       Whitewater / Kyuss / Welcome to Sky Valley
027 La Boda
       My Love, my Love / Nneka / My Fairy Tales
028 La Paz
       Death / White Lies / To Loose my Life...
029 Valle Cruceños
       Dónde jugarán los niños? / Maná / The Studio Albums
030 Sucre
       Vaporize / Broken Bells / Broken Bels
031 Uyuni
       Long the Desert Mile / Caspian / Waking Season
032 Atacama
       No Snow on the Mountain / Nada Surf / The stars are indifferent to Astronomy
033 Buenos Aires
       Call of the Wild / Chewy / Somanydynamos
034 Uruguay
       Sunshine / Patrice / Sunshine
035 Florianópolis
       Sunshine / Matt Costa / Sunshine
036 Iguaçu
       Words in the Water / Thrice / Major,Minor
037 Paraty & Ilha Grande
       Vagabond / Chuck Ragan / Kindred Spirit
038 Rio de Janeiro
       Home / Keith Caputo / Died Laughing
Rapha
       Stick me in my Heart / Archive / With us until You're Dead